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Krise der IKB Glos hält eine Entwarnung für verfrüht

29.11.2007 ·  Die Probleme der IKB sind nach wie vor nicht völlig gelöst, meint Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Dabei erhält die vom Zusammenbruch bedrohte Mittelstandsbank IKB eine weitere Finanzspritze von 350 Millionen Euro.

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Bei den Bemühungen der Finanzwirtschaft um eine Lösung für die IKB gibt es nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) weiter offene Probleme. Er sei zwar informiert worden, dass eine Patronatserklärung über rund 500 Millionen Euro zustande gekommen sei. „Damit sind noch nicht alle Probleme der IKB gelöst“, ergänzte Glos aber.

Mit einer neuen Finanzspritze soll die Mittelstandsbank IKB vor einem Zusammenbruch bewahrt werden. Ein Bankenpool unter Führung der IKB-Hauptaktionärin KfW schnürte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ein Rettungspaket. Dabei war zunächst von 350 Millionen Euro die Rede gewesen. Trotz Glos' Warnung stieg der Aktienkurs der IKB am Donnerstag um mehr als 5 Prozent auf 8,46 Euro.

„Die Konsequenzen muss der Finanzminister ziehen“

Der Bankenpool der IKB und eingeschaltete Spezialisten verhandelten weiter. Bei einer Sondersitzung des Verwaltungsrates der Staatsbank KfW, die IKB-Hauptaktionär ist, werde am Freitag das Thema beraten. Zurückhaltend blieb Glos bei der Frage, ob die Vorgänge um die IKB zu Folgen für die KfW führen sollten. „Die Konsequenzen insgesamt muss der Finanzminister ziehen“, sagte er. Dem unterliege die Rechts- und Fachaufsicht über die staatliche Förderbank. Daran ändere auch nichts, wenn er, Glos, Anfang kommenden Jahres den Vorsitz des KfW-Verwaltungsrates turnusmäßig übernehme.

Er machte aber auch mit Blick auf das Finanzministerium klar: „Wenn Konsequenzen zu ziehen sind, werden wir sie nur gemeinsam ziehen.“ Glos verteidigte zugleich Überlegungen in seinem Hause zu dieser Frage. „Es ist gut, wenn man schon Überlegungen angestellt hat, wie man einen Brand löscht, bevor er ausgebrochen ist.“ Die IKB soll angesichts neuer Risiken aus amerikanischen Geschäften mit einer neuen Finanzspritze vor einem Zusammenbruch bewahrt werden.

Die Rettung der IKB soll nach Darstellung des Finanzministeriums von Peer Steinbrück den Steuerzahler nicht belasten. „Der Minister hat alle Ansinnen aus der KfW nach einer Bürgschaft des Bundes oder weiteren Geldmitteln klar zurückgewiesen“, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Finanzministeriums. „Es wird keine Belastung des Steuerzahlers geben“, stellte er klar.

Bankenpool schaltet sich ein

Der Bankenpool zur Rettung der schwer angeschlagenen Mittelstandsbank IKB stellt weitere 350 Millionen Euro für Risiken aus schlecht besicherten Kreditgeschäften zur Verfügung. Darauf habe man sich in einer Sitzung am Mittwoch geeinigt, teilte die staatliche KfW Bankengruppe am Donnerstag mit.

Mit dem Geld sollen Garantien, die die Deutsche Industriebank IKB mehreren anderen Banken als Rückversicherung für deren Zusagen an die Zweckgesellschaft Rhineland Funding gegeben hatten, erfüllt werden. Zuvor hatte der Bankenpool bereits 3,5 Milliarden Euro zugesagt, davon entfallen 2,5 Milliarden Euro auf die KfW. Die IKB war wegen ihres Engagements am amerikanischen Hypothekenmarkt in Schieflage geraten.

Wirtschaftsprüfer werten Sondergutachten aus

Für Freitag war die Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen geplant. Diesen Termin muss die IKB erneut verschieben. Grund sei, dass nach Auswertung des Sondergutachtens der Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers bestimmte bilanzielle Veränderungen vorgenommen werden müssten, teilte die Bank am Donnerstag in Frankfurt mit. So werde etwa die Zweckgesellschaft Rhineland Funding in die Bilanz einbezogen. Die Änderungen beträfen sowohl das Geschäftsjahr 2006/07 als auch 2007/08.

Das Kerngeschäft im ersten Halbjahr sei allerdings erfreulich verlaufen, teilte IKB mit. Das Neugeschäft im Segment Firmenkunden stieg auf 2,8 (Vorjahr: 2,1) Milliarden Euro. Neue Auszahlungen im Segment Immobilienkunden legten von 400 Millionen auf 700 Millionen Euro zu. Auszahlungen bei strukturierten Finanzierungen sanken von 3,4 auf 3,1 Milliarden Euro.

Auch die KfW ist getroffen

Ein Bankenpool unter Führung der IKB-Hauptaktionärin KfW schnürte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ein Rettungspaket. Dabei war zunächst von einem Umfang von 350 Millionen Euro die Rede gewesen.

Die Krise der IKB trifft auch die KfW immer stärker. „Wir haben ein großes Problem bei Rhineland Funding“, sagte deren Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier am Dienstagabend (Erste Papiere der IKB-Bank fallen aus). „Dies führt zu zusätzlichen möglichen Verlusten für die KfW.“ Zuvor hatte die KfW schon mitgeteilt, sie müsse die Risikovorsorge für ihre IKB-Beteiligung um 2,3 Milliarden auf 4,8 Milliarden Euro erhöhen.

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