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„Kriminelle Machenschaften“ Datendiebstahl-Skandal erreicht die Telekom

19.08.2008 ·  Der Datenklau-Skandal hat nun auch die Deutsche Telekom erreicht. Das Unternehmen sei offenbar „Opfer hoch krimineller Machenschaften“ geworden, bestätigte ein Sprecher. Einem Fernsehbericht zufolge hat sich ein Call-Center illegal Zugriff auf Telekom-Kundendaten verschafft und sie an Dritte verkauft.

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Der Datendiebstahl-Skandal zieht immer weitere Kreise und hat nun anscheinend auch die Deutsche Telekom erreicht: „Die Deutsche Telekom ist offenbar Opfer hoch krimineller Machenschaften“, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit einen Fernsehbericht. Dem Bericht zufolge hat sich ein Call-Center in Bremerhaven illegal Zugriff auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten davon offenbar an Dritte weiterverkauft.

Der Telekom-Sprecher sagte, der Umfang des Datenklaus sei noch vollkommen unklar. Laut dem Bericht der NDR/WDR-Sendung „Kriminalreport“ enthalten die Datenbanken persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden. Der Telekom-Sprecher sagte, auf jeden Fall würde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die betroffenen Kunden würden informiert. „Bisher haben wir keine Erkenntnisse, dass Kundendaten der Deutschen Telekom für Trickbetrügereien missbraucht worden sind“, erklärte der Sprecher.

Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen liegen Hunderte von Beschwerden von Menschen vor, bei denen 50 bis 100 Euro illegal abgebucht worden seien.

Neue Fälle

Erst am Montag waren neue Fälle von Datendiebstahl bekannt geworden. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte bekannt gegeben, dass er durch Testkäufe in den Besitz von sechs Millionen illegalen Datensätzen gelangt war, davon vier Millionen mit Kontonummern.

Zugleich war in Schleswig-Holstein eine neue CD mit mehr als 130.000 illegalen Datensätzen aus Call-Centern aufgetaucht, wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein mitteilte. Rund 70.000 davon enthielten Kontoangaben, die von Lotterieveranstaltern stammten (siehe dazu auch: Datenklau-Skandal weitet sich aus).

Innenausschuss fordert Datenschutz-Krisentreffen

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), will Experten aller Bundestagsfraktionen nach der Sommerpause zu einem Datenschutz-Krisentreffen einladen. „Die aktuellen Datenskandale belegen leider, wie dringlich das Thema Datenschutz ist“, sagte Edathy der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe).

Das Parlament müsse nach der Sommerpause rasch Antworten auf die „krassen Fälle von Missbrauch“ finden. Er werde deshalb im September Vertreter aller Bundestagsfraktionen und externe Sachverständige zu einem Experten-Treffen einladen, das im Frühherbst stattfinden solle. Ziel sei es, „zu konkreten Verbesserungen des Bundesdatenschutzgesetzes zu kommen“, sagte Edathy.

Der SPD-Innenexperte plädiert etwa dafür, „Kundendaten in Unternehmen künftig nur noch verschlüsselt zu speichern und eine automatische Protokollierung jedes Daten-Zugriffs vorzuschreiben“. Auch die Sanktionen bei Verstößen gegen das Datenschutzgesetz müssten aus seiner Sicht schärfer gefasst werden. Die Aufnahme des Datenschutzes ins Grundgesetz hält Edathy nicht für vorrangig. „Das hätte eher symbolischen Charakter“, sagte er der Zeitung. Zudem sei „eine Änderung der Verfassung bis zur nächsten Bundestagswahl wegen der ablehnenden Haltung des Koalitionspartners nicht realistisch“.

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