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Konzernumbau : Siemens will mindestens 11.600 Stellen streichen

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Ein Stellenabbau war schon befürchtet worden: Proteste zu einem IG-Metall-Aktionstag vor einer Woche Bild: dpa

Der Siemens-Konzern legt ein hartes Sparprogramm auf: Mindestens 11.600 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Das hat Vorstandschef Kaeser vor Investoren bekannt gegeben. Die Kosten sollen so um eine Milliarde Euro sinken.

          Der Siemens-Konzern wird mindestens 11.600 Arbeitsplätze streichen und seine Kosten um knapp eine Milliarde Euro senken. Das sagte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser am späten Donnerstagabend gegenüber Analysten und Investoren im Rahmen einer Webcast-Konferenz. Den Angaben zufolge fallen 7600 Stellen weg, weil der Konzern gestrafft wird und eine neue Sparten-Struktur erhält. Hinzu kämen 4000 überflüssige Arbeitsplätze bei regionalen Länder-Gruppierungen. Einige der betroffenen Mitarbeiter würden allerdings andere Positionen angeboten bekommen.

          „Siemens – Vision 2020“ - so heißt Kaesers groß angelegtes Konzernumbau-Projekt, das Anfang Mai erstmals öffentlich wurde. Im Zuge seiner Neuordnung streicht Kaeser eine ganze Verwaltungsebene, nämlich die vier „Sektoren“ Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur & Städte, die die einzelnen Sparten zusammenfassen. Dass das viel Unruhe und auch einen Stellenabbau mit sich bringen würde, war schon im Vorfeld klar. Nun kommen langsam mehr Details ans Licht.

          Hatte zuletzt nur wenig gute Nachrichten: Siemens-Chef Joe Kaeser

          Schon im vergangenen Herbst war ein Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen bei Siemens angekündigt worden. Die nun angekündigten Streichungen scheinen zu diesen Plänen noch hinzuzukommen. Befürchtungen in dieser Hinsicht waren schon vor einer Woche laut geworden, als die Zahl von mehr als 10.000 auf der Streichliste befindlichen Stellen bei einem IG-Metall-Aktionstag kursierte.

          Vertrauen von Investoren wieder herstellen

          Erst kürzlich hatte Kaeser auf einer Pressekonferenz betont, „die erneuten außerordentlichen Belastungen aus den Altprojekten verdeutlichen nochmals die Dringlichkeit, notwendige Veränderungen mit Entschlossenheit umzusetzen“. Der Vorstandschef sagte dabei weiter, dies gelte „auch für die Übernahme von Verantwortung“ und hatte sich selbst damit eingeschlossen.

          Kaeser, der zuvor Finanzchef des Konzerns war, hatte nach der Übernahme des Chefpostens begonnen, die Unternehmensstrategie zu prüfen. Kaeser will das Vertrauen von Investoren wieder herstellen - nachdem unter seinem Vorgänger Peter Löscher eine Reihe von Gewinnzielen nicht erreicht wurden.

          Die Lage nicht gerade unkomplizierter macht die Tatsache, dass Siemens zu alledem auch noch in einen heftigen Bieterkampf um den Kauf der Energie-Sparte des französischen Konkurrenten Alstom eingetreten ist. Derzeit bemüht sich Siemens neben General Electric (GE) um einen Erwerb der Sparte. GE hat 17 Milliarden Dollar geboten. Siemens will eine offizielle Offerte bis zum 16. Juni vorlegen.

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