Der Maschinenbau, gemessen an der Beschäftigung der größte deutsche Wirtschaftszweig, wird in diesem Jahr doppelt so schnell wachsen wie bisher angenommen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat seine Prognose für die Produktion der Branche von 2 auf 4 Prozent angehoben. Die Korrektur ist nach Angaben des VDMA eine Reaktion auf die deutlichen Zuwächse der Auftragseingänge der vergangenen Monate. Als wesentlicher Grund für die Revision wird der nachhaltige Erfolg auf den Auslandsmärkten genannt. "Unsere weltweiten Kunden kommen trotz der wechselkursbedingten Verteuerung unserer Produkte nicht um den deutschen Maschinenbau herum", wird der VDMA-Präsident Diether Klingelnberg in einer Mitteilung zitiert.
Der Exportanteil der deutschen Maschinenbauer beträgt rund 70 Prozent. Auch die Nachfrage aus dem deutschen Markt habe sich erfreulich entwickelt, heißt es. Dies sei jedoch eher auf die Investitionen solcher Branchen zurückzuführen, die vom Export profitierten, vor allem die Automobilindustrie, als von einer generellen Belebung im Inland. "Ein Wirtschaftswachstum von eineinhalb Prozent reicht nicht aus, um einen Investitionsboom auszulösen", sagt Klingelnberg. Hinzu kämen Nachholeffekte.
Nach jahrelanger Zurückhaltung mit den Ausrüstungsinvestitionen seien die Kunden der Maschinenbauer gezwungen, in neue Maschinen und Anlagen zu investieren. Gleichwohl würden hier die "Bäume nicht in den Himmel wachsen", schränkt Klingelnberg ein. Der VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers rechnet damit, daß der Beschäftigungsabbau in der zweiten Jahreshälfte ausläuft und es "zaghaft" zu Neueinstellungen kommt.
