Home
http://www.faz.net/-gqi-u66m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Konjunktur Deutsche kaufen immer weniger

26.02.2007 ·  Die Verbraucher haben die Mehrwertsteuererhöhung noch nicht verwunden und kaufen immer weniger. Kein Grund zur Beunruhigung, meint die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (8)

Die Kauflaune der Deutschen ist wegen der höheren Mehrwertsteuer erneut gesunken. Der monatlich ermittelte Indikator für das Konsumklima fiel für März auf 4,4 von revidiert 4,9 Punkten, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte.

Die Verunsicherung der Konsumenten über die Folgen der Steuererhöhung sei noch nicht gewichen, hieß es zu der Umfrage unter 2000 Verbrauchern.

Drastischer Absturz

Da der große Preisschock bislang aber ausgeblieben sei, könne auch die Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Lebenshaltungskosten nachlassen und sich das Konsumklima rasch wieder stabilisieren.

Nach der Mehrwertsteuererhöhung war die Anschaffungsneigung der Verbraucher drastisch abgestürzt. Sie fiel im Febraur auf minus 16 von minus 5,1 Punkten.

„Wir erleben eine deutliche Schwächephase“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Aber es ist nicht so, dass nun die große Konsum-Depression ausgebrochen ist.“

Stabiles Konsumklima erwartet

Die GfK erwarte, dass sich das Konsumklima stabilisieren werde. Auch ein leichter Anstieg sei in den kommenden Monaten möglich.

Die Forscher rechnen für 2007mit einem Plus beim privaten Konsum von einem knappen halben Prozent. Die Bedingungen dafür seien gut. „Das konjunkturelle Umfeld stimmt, und auch die Einkommenserwartungen ziehen an“, sagte Bürkel. Die verbesserte Arbeitsmarktlage wecke bei den Bürgern Hoffnungen auf eine Steigerung ihrer Löhne und Gehälter.

Die Beschäftigtenzahl war im vierten Quartal mit 39,7 Millionen auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Das weckt bei den Verbrauchern zunehmend Vertrauen in die Aufschwung.

Ost-West-Gefälle noch größer

Auch die Einkommenserwartungen stiegen auf 2,9 von minus 5,1 Punkten. Die bessere Lage auf dem Arbeitsmarkt schüre auch die Hoffnung auf steigende Einkommen. Der Indikator liege nun wieder über seinem langjährigen Durchschnitt.

Dagegen ist das West-Ost-Gefälle in der Verbraucherstimmung Bürkl zufolge zuletzt wieder größer geworden. Die Konjunkturerwartungen seien in Ostdeutschland deutlich geringer, und die Einkommenserwartungen seien anders als im Westen sogar leicht rückläufig. „Das liegt daran, dass im Osten sehr viel mehr Menschen von Sozialleistungen abhängig sind.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters und AP
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 9 8

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2476 −0,10%
Rohöl Brent Crude 106,32 $ −0,50%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.