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Konjunktur Chemiebranche wächst weiter

06.12.2006 ·  Die gute Nachricht zuerst: Es geht weiter bergauf in der Chemieindustrie und weil die Branche fast sämtliche Wirtschaftszweige beliefert, wohl auch mit der allgemeinen Konjunktur. Die schlechte Nachricht: Auf die Jobs hat das keine Auswirkung.

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Die chemische Industrie wird ihr kräftiges Wachstum 2007 mit leicht gedrosseltem Tempo fortsetzen - allerdings ohne neue Arbeitsplätze.

„Das ist nicht das Szenario für eine Rezession, sondern für Wachstumsraten, die unter denen der vergangenen beiden Jahre liegen“, sagte VCI-Präsident und Bayer-Chef Werner Wenning. Grund dafür sei eine nicht mehr so stark steigende weltweite Nachfrage nach Chemieprodukten.

In diesem Jahr hat die chemische Industrie ihre Prognosen deutlich übertroffen. Die Produktion wuchs nach vorläufigen Zahlen um 3,5 Prozent. Zunächst hatte der VCI nur mit einem Plus von 2,5 Prozent gerechnet. Die Umsätze kletterten auch dank höherer Erzeugerpreise um 6,0 statt 5,5 Prozent auf 162 Milliarden Euro.

„Endlich hat auch in Deutschland die Konjunktur an Dynamik gewonnen“, sagte Wenning. 2007 rechnet der Verband mit einem Produktionswachstum von 2,0 Prozent und einem Umsatzanstieg von 2,5 Prozent. Die Erzeugerpreise sollen nur noch um 0,5 Prozent steigen, nachdem sie in diesem Jahr um 3,5 Prozent zulegten.

Keine Auswirkung auf Jobs

Die gute Lage der Branche hat bislang keine Auswirkungen auf die Beschäftigung. In diesem Jahr arbeiteten durchschnittlich 436.400 Männer und Frauen in der chemischen Industrie, das waren ein Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Ursache für die stagnierende Beschäftigung sei, daß viele Unternehmen bestimmte Dienstleistungen, aber auch Teile der Forschung ausgliederten, sagte Wenning.

Auch 2007 werde die Zahl der Mitarbeiter „mehr oder weniger stabil“ bleiben. Einen nennenswerten Aufbau von Arbeitsplätzen werde es in der Anlagen intensiven Branche nicht geben, sagte Wenning.

Insgesamt rechnet der VCI 2007 mit einer Entspannung bei den Rohstoffkosten. „Wir erwarten, dass der Preisdruck bei Rohstoffen nachlässt“, sagte Wenning. Der durchschnittliche Ölpreis dürfte 2007 bei 55 bis 60 US-Dollar je Barrel (159 Liter) liegen.

VCI warnt vor Lohnerhöhungen

In diesem Jahr habe der Rohölpreis im Durchschnitt bei etwa 66 Dollar je Barrel gelegen. Rohöl ist für die chemische Industrie gleichzeitig Rohstoff und Energielieferant. 2006 konnte die Branche vor allem in den rohstoffnahen und energieintensiven Sparten Petrochemie, Anorganika und Polymere Preiserhöhungen bis zu sieben Prozent durchsetzen.

Vor dem Start der Chemie-Tarifrunde im Januar warnte der VCI vor zu starken Einkommenserhöhungen. Die Entgelte könnten nur in dem Maße steigen, in dem Unternehmen ihre Kostenbelastung über eine bessere Produktivität kompensieren könnten.

Die chemische Industrie habe die Mitarbeiter immer an den Produktionszuwächsen beteiligt, dies werde auch so bleiben, betonte Wenning. Auf die Chemieunternehmen kämen unter anderem durch das neue EU-Chemikalienrecht REACH zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe zu.

Der VCI-Präsident appellierte an das Europaparlament, in der kommenden Woche „ein für die Firmen praktikables und die Verbraucher nützliches REACH auf den Weg zu bringen.“

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Von Heike Göbel

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