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Angst vor Alexa : Deutsche sorgen sich wegen Datenschutzes

Angst vor Datendiebstahl? - Künstliche Intelligenzen, wie Amazons Alexa sollen uns eigentlich den Alltag erleichtern. Bild: dpa

Die Deutschen sorgen sich zunehmend um den Schutz ihrer Daten. Amazons Alexa oder Googles Assistant spalten die Meinungen.

          Elektronische Sprachassistenten haben Konjunktur. Amazons Alexa oder Googles Assistant halten über smarte Lautsprecher Einzug in die Wohnzimmer. Auch in Deutschland ist die Entwicklung angekommen. Allerdings betrachten die Bürger hierzulande den Trend zum künstlichen intelligenten Gesprächspartner zwiespältig.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Neun von zehn Deutschen haben schon von Sprachassistenten gehört, wie eine repräsentative Statista-Studie im Auftrag der Hamburger Wirtschaftsinitiative Nextmedia ergab. Mit der Nutzung halten sich viele Bürger dagegen zurück. Erst 14 Prozent besitzen schon einen Sprachassistenten. An dieser Zurückhaltung scheine sich auch in naher Zukunft nichts zu ändern, prognostizieren die Studienauftraggeber. Nur ein Prozent der Deutschen hält es demnach für realistisch, dass sich Sprachassistenten innerhalb des nächsten Jahres in der Gesellschaft durchsetzen. Jeder Siebte glaube sogar, dass sich Alexa & Co. niemals flächendeckend etablieren können.

          Das dürfte an einem Vorwurf liegen, der den Machern der Sprachassistenten seit jeher entgegenschlägt: Ihre Produkte seien Spione im Wohnzimmer, sie belauschten die Gespräche der Bewohner. Tatsächlich fühlen sich mehr als drei Viertel der Deutschen mit Blick auf den Datenschutz bei Sprachassistenten unsicher.

          Umso erstaunlicher findet Nextmedia in diesem Zusammenhang, dass die Bundesbürger hierzulande der Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz (KI) – und somit Technologien wie Sprachassistenten – offen gegenüber stehen. 58 Prozent der Studienbefragten können sich demnach vorstellen, mit KI zu kommunizieren. Heute beurteilen 24 Prozent der Deutschen, die einen Sprachassistenten besitzen, die Kommunikation als normal, ähnlich wie mit einem Menschen. Eine Mehrheit von 70 Prozent der Nutzer hält die Kommunikation dagegen noch für ungewohnt, glaubt aber, dass diese in Zukunft alltäglich wird.

          Uneinheitlich zeigten sich die Besitzer von Sprachassistenten hinsichtlich des konkreten Nutzens der Technologie. Während 47 Prozent zum jetzigen Zeitpunkt keinen Nutzen sehen, halten 53 Prozent Sprachassistenten für hilfreich. Und dieses dürfte dem Vorreiter Amazon mit seinem System Alexa kaum gefallen: Nur 15 Prozent möchten Sprachassistenten künftig für Einkäufe nutzen.

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