http://www.faz.net/-gqe-8hav9

Kommentar : VWs doppeltes Gesicht

Die VW-Manager bekommen ihre üppigen Gehälter weiter, die Arbeitnehmer machen ebenfalls keine Zugeständnisse - das zeigt: Die alten Seilschaften funktionieren immer noch. Bitter.

          Japaner, heißt es, hätten ein doppeltes Gesicht. Wenn das stimmt, dann hat Volkswagen seinen Konkurrenten Toyota um Längen geschlagen. Auf der einen Seite mahnt Konzernchef Müller zu höheren Renditen und zum Mut zur Veränderung. Auf der anderen Seite zeigt die überraschend schnelle Einigung von VW und der IG Metall, wie tragfähig die alten VW-Seilschaften noch sind - in denen Management, der Porsche-Clan, Gewerkschaft und das Land Niedersachsen ihre Interessen austarieren.

          Welches Gesicht soll VW in Zukunft haben? Nachdem sich die Manager vehement gegen jede Kürzung ihrer üppigen Zahlungen gewehrt haben und ihnen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nicht widersprochen haben, ist es keine Überraschung, dass nun trotz Abgasskandal und notwendiger Milliardeninvestitionen in die Digitalisierung auch die Beschäftigten keine Zugeständnisse machen. Die alten Strukturen funktionieren.

          Kein Wunder, denn schließlich sind auch die neuen Herren bei VW in ihnen groß geworden. Quereinsteiger und Störenfriede stören da. VW-Markenchef Herbert Diess, der von BMW kam, um VW profitabler und effizienter zu machen, bekam das schnell zu spüren. Er verkörpert das zweite Gesicht von VW. Das eine sagen, das andere tun - genau so funktioniert das doppelte Gesicht. Und VW zeigt Toyota, wie man es richtig macht.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Audi in der Klemme

          Zu brav? : Audi in der Klemme

          Die Marke hat ein Problem: Es wird eng zwischen VW und Porsche. Und das Ansehen von Vorstandschef Stadler verblasst im Konzern.

          Ein Wüstenbussard gegen die Taubenplage Video-Seite öffnen

          Münchner Stachus : Ein Wüstenbussard gegen die Taubenplage

          Die Greifvogeldame „Hillary“ hat geschafft, was zuvor mit keinem Hilfsmittel funktionieren wollte: Die Passage unter dem Stachus ist fast frei von Tauben. Verletzt oder gar getötet werden die Vögel nicht. Die Strategie ist eine andere.

          Die einzigartige Lichtkunst von Unna Video-Seite öffnen

          Unter der Erde : Die einzigartige Lichtkunst von Unna

          Im nordrhein-westfälischen Unna gibt es das weltweit einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet. In den Gewölben einer alten Brauerei erwarten faszinierende Lichtinstallationen die Besucher.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Ex-Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda

          Luftverkehr : Lauda erhält Zuschlag für Fluglinie Niki

          Der österreichische Gläubigerausschuss hat sich im Bieterverfahren um die insolvente Air-Berlin-Tochter überraschend für Ex-Rennfahrer Niki Lauda entschieden. Die Belegschaft dürfte nicht jubeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.