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Kommentar : Vodafone und der Euro

Die Hiobsbotschaft von Vodafone wirft ein Schlaglicht darauf, wie tief sich die Krise in die Realwirtschaft hineingefressen hat - und wie dringend sie entschärft werden muss. Die Probleme lassen Schlimmes befürchten.

          Die Euro-Krise zwingt auch einen Riesen wie Vodafone in die Knie. Happige Abschreibungen auf die Tochtergesellschaften in Italien und Spanien haben dem weltgrößten Mobilfunkkonzern einen Halbjahres-Nettoverlust von mehr als 2,3 Milliarden Euro eingebracht. Die Hiobsbotschaft wirft ein Schlaglicht darauf, wie tief sich die Krise der Europäischen Währungsunion in die Realwirtschaft hineingefressen hat - und wie dringend sie entschärft werden muss.

          Das größte Mobilfunkunternehmen der Welt ist an der Börse fast dreimal so viel wert wie die Deutsche Telekom und rund um den Erdball aktiv. Wenn die Euro-Wirren selbst einen solchen „Global Player“ erbeben lassen, lässt das für andere, weniger potente und breit aufgestellte Unternehmen Schlimmes befürchten. Die Börse reagierte verschreckt auf die südeuropäischen Wertberichtigungen.

          Dauerhaft aus der Bahn werfen werden sie Vodafone aber kaum, dafür ist das Geschäft geographisch zu gut diversifiziert. Südeuropa macht lediglich ein Viertel des Konzernumsatzes aus. Solange Deutschland, der insgesamt wichtigste Markt des Konzerns, nicht voll von der Euro-Krise erfasst wird, bleibt sie für Vodafone beherrschbar.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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