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Kommentar Doppelte Führungskrise

18.05.2005 ·  Wenn laut über den Rücktritt von Josef Ackermann spekuliert wird, könnte es auch so kommen. Der Chef der Deutschen Bank dient Politikern aller Parteien als Zielscheibe. Die CSU macht mit Anti-Ackermann-Parolen Stimmung im Bierzelt.

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Wenn laut über den Rücktritt von Josef Ackermann spekuliert wird, könnte es auch so kommen. Der Chef der Deutschen Bank dient Politikern aller Parteien als Zielscheibe. Die CSU macht mit Anti-Ackermann-Parolen Stimmung im Bierzelt. Sozialdemokratischen Kapitalmarktkritikern gilt er als Inbegriff des Abzockers. Sein Foto mit der Victory-Pose aus dem Mannesmann-Prozeß ist das Titelbild der aktuellen Ausgabe der SPD-Parteizeitung "Vorwärts". Darunter steht: "Nackte Profit-Maximierung gefährdet die Demokratie". Zur populistischen und medialen Jagd auf Ackermann gesellt sich die Sorge um eine Neuauflage des Mannesmann-Prozesses, die der Generalbundesanwalt vorantreibt. Kay Nehm scheint entschlossen, den Fall noch einmal aufrollen zu lassen. Die Folgen für Ackermann und die Deutsche Bank könnten gravierend sein. Hinzu kommt, daß mit Rolf Breuer auch noch der Aufsichtsratschef der Bank geschwächt ist, durch den verlorenen Kampf um die Führung der Deutschen Börse und seine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Filmmogul Leo Kirch. Es wäre ein Wunder, wenn Ackermann in dieser Situation nicht manchmal an seinen Rücktritt dächte. Doch wer könnte ihm nachfolgen? In der Bank drängt sich kein Kandidat auf. Die Führungskrisen in der Deutschen Bank und der Deutschen Börse schwächen den Finanzplatz in einer kritischen Zeit. (hst.)

Quelle: F.A.Z., 19.05.2005, Nr. 114 / Seite 15
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