http://www.faz.net/-gqe-76dka

Kommentar : Daimler tankt nach

Bild: dpa

Obwohl Daimler einräumen musste, dass trotz Rekordumsatz das Ergebnis gesunken ist, stieg der Aktienkurs kräftig. Ins Geld gehen Investitionen. Bis das alles wirkt, dauert es. Danach gibt es aber keine Ausrede mehr.

          Neudeutsch spricht man von „Erwartungsmanagement“. Der Begriff trifft zu, wenn Unternehmen mit sanften Andeutungen versuchen, die Öffentlichkeit und die Anleger auf Neuigkeiten vorzubereiten, damit sie nicht aus allen Wolken fallen, zum Beispiel, wenn die Rendite schrumpft. Daimler hatte in der Hinsicht in der Vergangenheit kein glückliches Händchen.

          Quartal um Quartal rauschte der Aktienkurs in den Keller, sobald die aktuellen Zahlen veröffentlicht wurden, weil die Investoren sich mehr erhofft hatten. Nun war es einmal anders: Obwohl Daimler einräumen musste, dass trotz Rekordumsatz das Ergebnis gesunken ist, stieg der Aktienkurs kräftig. Offenbar wirkt Daimler-Chef Dieter Zetsche inzwischen glaubhafter in seinem Bemühen, bis 2020 die Rivalen BMW und Audi überholen zu wollen.

          Erkennbar ist auch, dass nicht etwa der Misserfolg in China an allem schuld ist. Auch unglückliche Akquisitionen oder überhöhte Boni sind nicht das Problem. Ins Geld gehen Investitionen in neue Produkte, Technologien und Fabriken. Bis das alles wirkt, so Zetsches Botschaft, muss man noch einmal ein Übergangsjahr durchstehen. Für die Zeit danach gibt es aber gar keine Ausrede mehr.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Irritiert: Angela Merkel 2017 mit Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

          Treffen mit Trump : Nach dem Strahlemann kommt die Buhfrau

          Der französische Präsident Macron kam als Trump-Versteher und Waffenbruder nach Washington. Bundeskanzlerin Merkel wird es an diesem Freitag schwerer haben.

          Söders Kruzifixpflicht : Das Kreuz und das Geld

          Ein Kreuz im Eingang einer jeden Landesbehörde – so will es Bayerns neuer Ministerpräsident. Löst das einen Ansturm auf den Handel mit christlichen Devotionalien aus? Ein Nischenmarkt freut sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.