05.04.2010 · Mit Hilfe der CCS-Technik wollen Energieversorger künftig CO2 nicht mehr in die Luft pusten, sondern einfangen und unter der Erde lagern. Vattenfall hat nun bekannt gegeben, im Herbst in Ostbrandenburg mit der umstrittenen Erkundung von unterirdischen Speicherstätten beginnen zu wollen.
Der Energieversorger Vattenfall Europe will voraussichtlich im Herbst in Ostbrandenburg mit der umstrittenen Erkundung von unterirdischen Speicherstätten für Kohlendioxid (CO2) beginnen. Seismische Untersuchungen und Tiefenbohrungen seien zuerst am Standort Birkholz-Beeskow (Oder-Spree) geplant, frühestens im Frühjahr 2011 dann bei Neutrebbin (Märkisch-Oderland), sagte Wolfgang Rolland, Technischer Leiter des Vattenfall-Bereiches CO2-Transport und -Speicherung, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA. Bis dahin würden noch Betriebspläne beim Landesbergamt eingereicht.
„Das Erkundungsprogramm ist ergebnisoffen“, betonte Rolland. „Wenn die Aufsichtsbehörde Zweifel hat, wird es keine CO2-Speicherung geben“, versicherte der Hydrologe. Er war vor seinem Wechsel nach Vattenfall mehrere Jahre als Wissenschaftler an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus tätig. Bewohner Ostbrandenburgs sowie Umweltverbände und die Partei Bündnis 90/Die Grünen wehren sich mit Protestaktionen gegen die CO2-Speicherpläne in der Region.
Mit dem Fachbegriff nennt sich die neue Technik „CCS“. Die drei Großbuchstaben stehen für den Plan der Versorgungsunternehmen, das Kohlendioxid (Carbon dioxide) nicht mehr in die Atmosphäre zu pusten, sondern einzufangen (Capture) und tief unter der Erde einzulagern (Storage). In den betroffenen Regionen wird jedoch über Vor- und Nachteile dieser Methode heftig gestritten (lesen Sie auch: Kohlendioxid: Alles unter die Erde).
Verständnis für Sorgen der Bevölkerung
„An den beiden Standorten wollen wir je vier Bohrungen bis in 1200 Meter Tiefe niederbringen, um herauszufinden, wie dicht das Deckgebirge über der Salzwasser führenden Schicht ist“, sagte Rolland. „Diese Untersuchungen sind notwendig, um das 1,5 Milliarden-Euro-Programm von Vattenfall zur CCS-Technologie der Abtrennung, des Transports und der Speicherung von CO2 auf eine solide Basis zu stellen“. Die unterirdische Speicherung des CO2 aus dem Demo-Kraftwerk Jänschwalde solle aber nur an einem der beiden Ostbrandenburger Standorte erfolgen.
„Das künftige CCS-Demonstrationskraftwerk Jänschwalde (Spree- Neiße) produziert nach der für 2015 geplanten Inbetriebnahme bei vollem Betrieb jährlich 2,7 Millionen Tonnen des Treibhausgases“, sagte Rolland. Das Gas, das für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird, solle durch eine Rohrleitung vom Kraftwerk transportiert werden. „Es wird dann in mehreren Bohrlöchern in den unterirdischen Speicher gepumpt.“ Rolland äußerte Verständnis für Sorgen und Ängste der Bevölkerung vor dieser geplanten Einlagerung so großer Gasmengen.
„In geologischen Störzonen und Bohrlöchern gibt es theoretisch das Risiko eines CO2-Aufstiegs“, erklärte er. „Im Rahmen der Erkundung ist festzustellen, ob diese Risiken tatsächlich bestehen.“ Außerdem werde Vattenfall ein umfangreiches Überwachungssystem in der Speicherregion installieren, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.
PR Übung an welche niemand glaubt
Jay Leuthold (JJLeuthold)
- 05.04.2010, 15:40 Uhr
@Karl Wilhelm
Anton Paschke (Anton_Paschke)
- 05.04.2010, 19:38 Uhr
Das neue Ökospektakel beginnt etwas spät!!
Horst Trummler (Vandale6906)
- 05.04.2010, 20:38 Uhr
es es auch Irrsinn, so hat es doch Methode
Sebastian Castellio (Castellio)
- 05.04.2010, 22:33 Uhr
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