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Klemmende Pedale Auch Peugeot Citroen ruft Autos zurück

01.02.2010 ·  Das Debakel um klemmende Gaspedale weitet sich aus: Nach Toyota ruft auch Peugeot Citroen Autos zurück. In die Fahrzeuge wurden ebenfalls die fehlerhaften Pedale des amerikanischen Zulieferers CTS eingebaut.

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PSA Peugeot Citroën ruft 97.000 Kleinwagen der Typen Peugeot 107 und Citroën C1 in die Werkstätten zurück. Die Autos haben dieselben Probleme mit dem Gaspedal wie der baugleiche Toyota Aygo und stammen aus demselben Werk in Tschechien. „Dieser vorsorgliche Rückruf betrifft weniger als zehn Prozent der in Europa fahrenden Peugeot 107 und Citroën C1“, erklärte PSA am Montag in Paris. „Die betroffenen Kunden werden demnächst per Brief informiert.“ Toyota ruft wegen der Gefahr klemmender Gaspedale in Europa sogar 1,8 Millionen Fahrzeuge der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4 zurück.

Das Unternehmen teilte in Köln mit, in Europa seien bislang nur eine begrenzte Anzahl von Fällen bekannt, in denen das Problem aufgetreten ist - darunter sei kein einziger Unfall. Weltweit geht es jedoch um 7,5 Millionen Autos, das entspricht fast einer ganzen Jahresproduktion des größten Herstellers der Welt. Möglicherweise defekt sind auch die Gaspedale im Luxuswagen Lexus sowie im Modell Camry, dem am meisten verkauften Auto in Amerika. Zudem wurden der Verkauf und die Produktion mehrerer Modelle in Amerika gestoppt, voraussichtlich für zwei Wochen.

Der Schaden - nicht zu beziffern

Allein die Ersatzteile werden den Konzern mehrere hundert Millionen Euro kosten - ganz abgesehen von dem großen Image-Schaden, der auch einen schrumpfenden Absatz des bisher für seine hohe Qualität gelobten Herstellers bewirken dürfte. Toyota-Präsident Akio Toyoda, der Enkel des Firmengründers, entschuldigte sich deshalb am Wochenende bei den Kunden seines Unternehmens für den Rückruf - einen der größten aller Zeiten in der Autobranche. Laut japanischen Medienberichten sagte Toyoda am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, es tue ihm sehr leid, dass die Kunden beunruhigt wurden. Toyota wolle jetzt alle Fakten ermitteln und sie den Kunden erklären, um ihnen so schnell wie möglich die Angst zu nehmen. Man werde alles unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiere, sagte der Toyota-Präsident.

Inzwischen zeichnet sich auch eine Lösung des Problems ab. Die amerikanische Sicherheitsbehörde NHTSA akzeptiere einen Reparaturvorschlag, wonach das Pedal einen Abstandshalter bekommt oder ausgetauscht wird, sagte ein mit den Plänen vertrauter Vertreter der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters. Details sollen an diesem Montag bekanntgegeben werden. Das klemmende Pedal hat nach Erkenntnissen der Aufsicht in Amerika mehrere Unfälle mit teils schweren Verletzungen verursacht. Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Safety Research and Strategies haben seit dem Jahr 1999 Schwierigkeiten mit Gaspedalen 18 tödliche Unfälle verursacht.

Händler warten auf Ersatzteile

Die Händler und Vertriebswerkstätten warten seit Bekanntgabe des Rückrufs am 21. Januar auf Ersatzteile und eine technische Anweisung Toyotas, wie das Problem in den verschiedenen betroffenen Modellen zu lösen sei. Dies sei für sie angesichts einer Flut von Kundenanfragen eine unangenehme Lage, hieß es. Die Ersatzteile sollen angeblich am kommenden Donnerstag oder Freitag eintreffen.

Toyota legt am Donnerstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Im Geschäftjahr bis Ende März rechnet der Konzern mit einem Betriebsverlust von 350 Milliarden Yen (2,6 Milliarden Euro). Experten gehen davon aus, dass Toyota durch den Verkaufsstopp mindestens 550 Millionen Dollar Betriebsgewinn im Monat einbüßt.

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Von Heike Göbel

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