Home
http://www.faz.net/-gqe-6wxvx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Klage gegen „Tagesschau“-App ARD und Verlage wollen Einigung

ARD, ZDF und Verlage wollen sich im Streit um die „Tagesschau“-App einigen. Helfen soll nach F.A.Z.-Informationen eine gemeinsame Erklärung.

© dapd Streit um die „Tagesschau“-App, einer Anwendung für Smartphones und Tablet-Computer

Verlage und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind sich im Streit um die Internetexpansion von ARD und ZDF weitgehend nah gekommen. Intendanten und Verlagsmanagern verständigten sich am Mittwoch nach Informationen dieser Zeitung grundsätzlich auf einen Kompromiss, der in einer gemeinsamen Erklärung geregelt werden soll. Demnach werden öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Anwendungen für Smartphones und Tablet-Computer künftig weniger Texte verwenden und sich von Anwendungen der Zeitungen differenzieren. Beide Seiten müssen eine Einigung noch in ihren Gremien abstimmen, bevor ARD, ZDF und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger BDZV im Februar nach Rosenmontag beim nächsten Treffen die Erklärung unterschreiben könnten.

Jan Hauser Folgen:

Kommt es dazu, dürfte das Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Köln ruhen. Dort klagen acht Zeitungsverlage, darunter der Verlag dieser Zeitung, gegen die „Tagesschau“-App. Die Erklärung sieht eine gemeinsame Verantwortung beider Seiten für den Qualitätsjournalismus in Deutschland vor. Einer Einigung liegt weiter der Grundsatz zugrunde, wie sich die Sender von den Zeitungsverlagen in der digitalen Welt unterscheiden sollen: Wer mit seinem Smartphone oder Tablet-Computer einen Bild- oder Hörbeitrag sucht, wird bei Anwendungen öffentlich-rechtlicher Sender fündig; wer dagegen Texte lesen möchte, soll diese in den Angeboten der Zeitungen finden. „Über den Sinn, der in der Erklärung stehen soll, sind sich alle einig“, sagte ein Verfahrensbeteiligter zum Ergebnis des Treffens.

ARD Intendantensitzung in Bremen „Nach dem erneuten Treffen zwischen ARD und ZDF sowie den Verlegern bin ich sehr zuversichtlich, dass wir zeitnah eine Einigung erreichen werden“, … © dapd Bilderstrecke 

Auch in der Gestaltung sollen die Apps der öffentlich-rechtlichen Sender nicht länger presseähnlich sein und sich von denen der Verlage damit wesentlich unterscheiden. Unklar seien noch Formulierungen in der Erklärung und auch die Zustimmung der Gremien müsse abgewartet werden, heißt es.

BVZV-Präsident Helmut Heinen und ARD-Vorsitzende Monika Piel verhandeln federführend für beide Seiten über den Kompromiss. Offene Streitpunkte haben sie zusammen mit den Intendanten Markus Schächter (ZDF), Lutz Marmor (NDR) und Ulrich Wilhelm (BR) sowie den Verlagsmanagern Mathias Döpfner (Axel Springer Verlag) und Christian Nienhaus (WAZ) in Berlin besprochen.

Nach dem Treffen redeten Heinen und Piel gleichlautend von „guten Fortschritten“. Beide sind nach Angaben von Heinen zuversichtlich, bis Ende Februar eine Vereinbarung zu finden. „Alle Beteiligten sehen sich in einer Verantwortungsgemeinschaft für den Qualitätsjournalismus in der digitalen Welt, die Vielseitigkeit der journalistischen Angebote sowie die langfristige Sicherung des dualen Systems“, sagte Piel.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Digitalisierung Das Milliardengeschäft mit den Apps

Mit Apps wird viel Geld verdient, auch in Deutschland. Das liegt zunehmend an Fitnessarmbändern und Uhren. Und an der gewaltigen Nachfrage aus einem Land. Mehr Von Thiemo Heeg

01.09.2015, 08:02 Uhr | Wirtschaft
High-Tech am Strand Ein Bikini, der vor Sonnenbrand warnt

Eine Firma aus Mülhausen im ostfranzösischen Elsass fertigt Bikinis, die vor Sonnenbrand warnen. Wasserdichte Mini-Sensoren messen die UV-Strahlung und senden die Informationen an Smartphone oder Tablet. So wird die Trägerin gewarnt, wenn neue Sonnencreme fällig ist – oder es gar Zeit ist, die Sonne ganz zu meiden. Mehr

12.06.2015, 16:02 Uhr | Technik-Motor
Kulturgutschutz WDR darf zwei Bilder nicht ausführen

Der WDR will etwa 50 Kunstwerke aus seinen Beständen bei Sotheby’s versteigern lassen. Doch zwei Bilder dürfen das Land vorerst nicht verlassen. Greift bei ihnen der Kulturgutschutz? Mehr

24.08.2015, 14:01 Uhr | Feuilleton
Staatsanwaltschaft Düsseldorf Kopilot informierte sich im Internet über Selbsttötung und Cockpittüren

Die Ermittlungsbehörden in Düsseldorf werten zahlreiche sichergestellte und an sie übergebene Unterlagen sowie Datenträger und einen Tablet-Computer des Kopiloten aus. Letzterer soll anzeigen, dass sich Andreas Lubitz Informationen über die Möglichkeiten eines Selbstmordes sowie über Sicherheitsmaßnahmen bei Cockpittüren angeschaut hat. Mehr

02.04.2015, 17:13 Uhr | Gesellschaft
Schiebe-Technik BGH verwirft Apple-Patent

Zum Entsperren von iPhones und iPads setzte Apple lange auf die typische Schiebe-Geste. Ein Patent kann es darauf aber nicht geben, hat nun der Bundesgerichtshof entschieden. Mehr Von Joachim Jahn

25.08.2015, 16:50 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 19.01.2012, 17:14 Uhr

Respekt für Marissa Mayer

Von Roland Lindner, New York

Yahoo-Chefin Marissa Mayer bekommt Zwillinge. Ist eine Spitzenkarriere mit der Familie vereinbar? Für Marissa Mayer schon. Diese Position hat sie sich selbst erarbeitet. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Die Zukunft der Social-Media-Werbung ist mobil

Facebook, Twitter und Co. werden vor allem auf dem Smartphone genutzt. Das zieht die Werbeindustrie an. Mehr 0