http://www.faz.net/-gqe-7gr98

Kehrtwende : Lebensversicherer wollen Höchstgrenze für Provisionen

  • Aktualisiert am

Lebensversicherung - einst sehr beliebt, mittlerweile mäßig nachgefragt Bild: dpa

Deutschlands Lebensversicherer wollen nun von sich aus, dass die Politik Provisionszahlungen begrenzt. Das ist neu - und liegt auch am niedrigen Zinsniveau hierzulande.

          Die deutschen Lebensversicherer wollen die nächste Bundesregierung offenbar dazu drängen, Provisionen für Lebens- und Rentenversicherungen zu begrenzen. Das gehe aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Mitgliedsunternehmen hervor, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die vorgeschlagenen Höchstgrenzen seien so knapp, dass sie vor allem Großvertriebe wie DVAG, MLP oder Swiss Life Select sowie zahlreiche Maklerfirmen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen dürfte, heißt es in dem Bericht weiter.

          Der GDV bestätigte der Zeitung zufolge, es gebe diese Diskussion im Verband. Wesentlich aus zwei Gründen werde sie geführt: In den Niederlanden, Großbritannien und einigen anderen Nordeuropäischen Ländern sind Provisionen auf Altersvorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen verboten - deshalb sei zu erwarten, dass eine neue Bundesregierung ohnehin einen ähnlichen Weg einschlagen könne; die Branche sei sozusagen vorangegangen.

          Außerdem bemerkbar machen sich die niedrigen Zinsen in Deutschland, die dazu führen, dass Kunden seltener Lebensversicherungen nachfragen. Der Garantiezins, der in den neunziger Jahren noch vier Prozent betrugt, liegt mittlerweile bei 1,75 Prozent - als nicht unwahrscheinlich gilt, dass er weiter fällt. Vor diesem Hintergrund machten sich die hohen Vertriebskosten besonders negativ bemerkbar.

          Verbraucherschützer verlangen schon länger, dass die Provisionszahlungen begrenzt werden. Die Branche hatte sich bisher immer dagegen gewehrt.

          Quelle: FAZ.NET/Reuters

          Weitere Themen

          Zurück zum Klimaschutz Video-Seite öffnen

          Rex Tillerson : Zurück zum Klimaschutz

          Die Vereinigten Staaten könnten nach Aussage von Außenminister Rex Tillerson doch im Pariser Klima-Abkommen bleiben. Trump hatte den Ausstieg damit begründet, dass es der US-Wirtschaft schade und die nationale Souveränität beschränke.

          Topmeldungen

          Beherrscht von Angst und Zorn: Pegida-Demonstration in Dresden

          Rechtspopulismus : Gefühlt im Recht

          Hass, Wut, Angst – was treibt Menschen an, rechtspopulistischen Bewegungen ihre Stimme zu geben? In seinem Essay über „Zornpolitik“ versucht Uffa Jensen, politische Emotionen zu erklären.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.