Home
http://www.faz.net/-gqe-7gr98
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Kehrtwende Lebensversicherer wollen Höchstgrenze für Provisionen

Deutschlands Lebensversicherer wollen nun von sich aus, dass die Politik Provisionszahlungen begrenzt. Das ist neu - und liegt auch am niedrigen Zinsniveau hierzulande.

© dpa Vergrößern Lebensversicherung - einst sehr beliebt, mittlerweile mäßig nachgefragt

Die deutschen Lebensversicherer wollen die nächste Bundesregierung offenbar dazu drängen, Provisionen für Lebens- und Rentenversicherungen zu begrenzen. Das gehe aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Mitgliedsunternehmen hervor, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die vorgeschlagenen Höchstgrenzen seien so knapp, dass sie vor allem Großvertriebe wie DVAG, MLP oder Swiss Life Select sowie zahlreiche Maklerfirmen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen dürfte, heißt es in dem Bericht weiter.

Der GDV bestätigte der Zeitung zufolge, es gebe diese Diskussion im Verband. Wesentlich aus zwei Gründen werde sie geführt: In den Niederlanden, Großbritannien und einigen anderen Nordeuropäischen Ländern sind Provisionen auf Altersvorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen verboten - deshalb sei zu erwarten, dass eine neue Bundesregierung ohnehin einen ähnlichen Weg einschlagen könne; die Branche sei sozusagen vorangegangen.

Außerdem bemerkbar machen sich die niedrigen Zinsen in Deutschland, die dazu führen, dass Kunden seltener Lebensversicherungen nachfragen. Der Garantiezins, der in den neunziger Jahren noch vier Prozent betrugt, liegt mittlerweile bei 1,75 Prozent - als nicht unwahrscheinlich gilt, dass er weiter fällt. Vor diesem Hintergrund machten sich die hohen Vertriebskosten besonders negativ bemerkbar.

Verbraucherschützer verlangen schon länger, dass die Provisionszahlungen begrenzt werden. Die Branche hatte sich bisher immer dagegen gewehrt.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Ja der Iren Opposition setzt Union wegen Homo-Ehe unter Druck

Kritik am Parteikurs aus den eigenen Reihen: Die Blockierer dürften nicht länger den Ton angeben, fordern Lesben und Schwule in der Union. Die Gegner der Homo-Ehe lehnen einen Kurswechsel weiter ab - darunter auch ein CDU-Vize. Mehr

26.05.2015, 04:26 Uhr | Politik
Nach Treffen mit IWF-Chefin Varoufakis verspricht Kredit-Rückzahlung

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat zugesagt, dass Griechenland alle vereinbarten Auflagen gegenüber seinen Gläubigern unbegrenzt einhalte. Derzeit ringen Gläubiger und die Regierung in Athen um die Auszahlung der letzten Kreditrate des auslaufenden Hilfsprogramms in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Mehr

06.04.2015, 10:26 Uhr | Politik
Bayern-Boss Rummenigge Wünsche mir, dass Guardiola bleibt

Auch nach dem Aus in Pokal und Champions League bleibt Karl-Heinz Rummenigge ein großer Fan von Bayern-Trainer Pep Guardiola. In einem Interview erzählt der Vorsitzende von seinem Wunsch, den Trainer zu halten – und kündigte einige Neueinkäufe an. Mehr

16.05.2015, 13:43 Uhr | Sport
Varoufakis zuversichtlich Euro-Partner setzen Griechenland Frist bis Freitag

Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis hält eine Einigung im Schuldenstreit weiterhin für möglich. Bei Aktienanlegern löste die Angst vor einer Staatspleite Griechenlands Nervosität aus - wenn auch nur begrenzt. Mehr

17.02.2015, 16:48 Uhr | Wirtschaft
Zeitungsbericht Amazon versteuert Gewinne erstmals in Deutschland

Amazon steht wegen spezieller Steuer-Vereinbarungen in der Kritik. Der weltgrößte Versandhändler reagiert nun. Aus einem bestimmten Grund ist aber fraglich, ob der deutsche Fiskus viel davon hat. Mehr

24.05.2015, 10:38 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.08.2013, 08:10 Uhr

Koalitions-Klimawandel

Von Kerstin Schwenn, Berlin

Viele im Koalitionsvertrag verabredete Projekte sind erledigt. Deswegen ist nun zuweilen spürbar, dass Union und SPD die Gemeinsamkeiten ausgehen. Es wird schlimmer werden. Mehr 3 15


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden