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Warenhauskette baut um : Kaufhof plant Abbau hunderter Stellen

Galeria Kaufhof plant Stellenabbau in der Unternehmenszentrale. Bild: EPA

Das Unternehmen benötigt eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur, sagt der neue Konzern-Chef. Gelingt so die Trendwende?

          Im Rahmen der angekündigten Restrukturierung der Kölner Warenhaus-Gruppe Galeria Kaufhof geht der im vergangenen November als Sanierer angetretene Geschäftsführungsvorsitzende Roland Neuwald jetzt einen wesentlichen Kostenblock an: Wie er an diesem Mittwoch gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung ankündigte, ist bis zum Jahr 2020 der Abbau von rund 400 der rund 1600 Arbeitsplätze in der Hauptverwaltung geplant.

          Brigitte  Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Um in diesem und dem kommenden Jahr eine sichtbare Trendwende zu schaffen, benötige das Unternehmen eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur, begründet der Kaufhof-Chef den tiefen Einschnitt von 25 Prozent. „Insbesondere in der Kölner Zentrale liegen die Kosten heute deutlich über dem Wettbewerbsdurchschnitt. Wir wollen uns hier künftig auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren, so dass entsprechende Einsparungen auch beim Personal unverzichtbar sind“, erläutert Neuwald.

          Der Personalabbau soll sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. So will man die übliche Fluktuation nutzen, Übergangsregelungen in den Ruhestand oder Abfindungspakete anbieten.

          Das Unternehmen arbeitet mit Verlust

          Schon im Herbst hatte Kaufhof angekündigt, für eine befristete Zeit einen speziellen auf das Unternehmen zugeschnittenen Haustarif einzuführen, um zu wettbewerbsfähigen Personalkosten zu kommen. Die möglichen Einschnitte können von der Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld über den Verzicht auf Gehaltserhöhungen bis hin zu Arbeitszeitverlängerungen reichen.

          Ende vergangener Woche hat sich die entsprechende Tarifkommission konstituiert. In einem nächsten Schritt muss sich ein Wirtschaftsprüfer in einem Gutachten von der Sanierungsfähigkeit des Unternehmens überzeugen. Neuwald hofft, hier schnellstmöglich zu Verhandlungsergebnissen zu kommen.

          Wie der gesamte stationäre Einzelhandel steht Kaufhof vor großen Herausforderungen. Das vor zweieinhalb Jahren von dem kanadischen Handelskonzern HBC übernommene Unternehmen hat seit Jahren mit einer Erosion von Umsatz und Ergebnis zu kämpfen und arbeitet mit Verlust.

          Anfang Januar wurde unter dem neuen Geschäftsführungsvorsitzenden ein Transformationsprogramm auf den Weg gebracht, dass neben den Kosteneinsparungen vor allem Maßnahmen zur Steigerung von Umsätzen und Erträgen vorsieht. „2018 und 2019 muss es uns gelingen, wieder ausreichend Wasser unter den Kiel zu bekommen“, sagt er.

          Unter anderem sollen neue attraktive Marken in die Filialen geholt und das Eigenmarkensortiment gestärkt werden. Zudem sind Investitionen zur Verbesserung der Attraktivität der einzelnen Warenhäuser vorgesehen, wobei in diesem Jahr die Verschönerung von rund 20 Filialen auf dem Plan steht. Dazu wird nach den Worten Neuwalds auch die Kooperation mit Partnern wie dem französischen Parfümeriefilialisten Sephora oder der britischen Modekette Top Shop ausgebaut.

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