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Kasse bald leer Opel braucht mehr als 1 Milliarde Euro vom Staat

14.05.2009 ·  Die Kasse von Opel ist in einigen Wochen leer. Vom Mutterkonzern GM erhält das Unternehmen keinerlei Bargeldzahlungen mehr. Schon bald braucht Opel eine staatliche Liquiditätshilfe in Milliardenhöhe, wie GM-Europachef Carl-Peter Forster der F.A.Z. sagte.

Von Christoph Ruhkamp
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Die Kasse von Opel ist in einigen Wochen leer. Da der Absatz schrumpft und das Unternehmen vom Mutterkonzern General Motors (GM) schon jetzt keinerlei Bargeldzahlungen mehr erhält, braucht Opel voraussichtlich bald eine staatliche Liquiditätshilfe in Milliardenhöhe. "Wenn es zu der Treuhandlösung kommt, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen hat, dann wäre dies mit einer Kreditlinie verbunden. Die Summe müsste oberhalb von 1 Milliarde Euro liegen", sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster der F.A.Z. Für die Rückzahlung des Kredits würde der Staat bürgen und dadurch Bedenken der Kredit gebenden Banken entkräften, ergänzte Forster.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte für den Fall der Insolvenz von GM vorgeschlagen, Opel durch die vorübergehende Übertragung der Unternehmensanteile auf einen Treuhänder zu schützen. Diese Lösung könnte nötig werden, weil der geplante Verkauf von Opel absehbar nicht mehr bis Ende Mai abgeschlossen werden kann. Bei GM droht der Gang in die Insolvenz aber schon am 1. Juni, weil dann ein Ultimatum der amerikanischen Regierung ausläuft.

Kauferklärung soll in „wenigen Wochen“ unterschrieben sein

Opel bereitet sich auf dieses Szenario schon vor und versucht sich vor den Folgen der GM-Insolvenz zu schützen. So ist eine Lösung für die Schulden von rund 3 Milliarden Dollar ausgearbeitet worden, die GM bei Opel hat. Diese Schulden resultieren aus einer Übertragung von Opel-Patenten an GM. "Wir werden unsere Forderungen gegenüber GM umwandeln in ein kostenloses Nutzungsrecht für die Patente aus der Fahrzeugentwicklung. Dieses Recht wird insolvenzfest und unwiderrufbar sein", sagte Forster. Bisher zahlt Opel Lizenzgebühren an GM für die Patentnutzung, die einem mittleren einstelligen Prozentsatz vom Umsatz entsprechen.

Trotz der komplizierten Lage glaubt Forster, dass der Verkauf von GM Europa/Opel schon bald in die Wege geleitet wird. "Die Verhandlungen werden letztlich wohl mit ein bis drei Interessenten geführt werden. Ich gehe davon aus, dass schon in wenigen Wochen eine Absichtserklärung unterzeichnet werden kann", sagte Forster. Bis zum rechtlichen Abschluss der Transaktion werde es noch Monate dauern.

Ihr Interesse an Opel haben der Konkurrent Fiat sowie ein Konsortium um den Autozulieferer Magna schon offiziell bekundet. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen prüft auch die Beteiligungsgesellschaft RHJ International ein Engagement. Eine Vorentscheidung für einen der Investoren durch den Mutterkonzern GM gibt es nach Einschätzung aus Unternehmenskreisen nicht; die Bundesregierung will einen Investor, der möglichst viele Arbeitsplätze erhält.

Insolvenz von Opel „unwahrscheinlich“

Forster legte Wert auf die Feststellung, dass Opel von einer GM-Insolvenz nicht direkt betroffen wäre. "Chapter 11 hat nicht automatisch Auswirkungen auf unser Geschäft in Europa", sagte er. Eine Insolvenz von Opel sei deshalb unwahrscheinlich.

Auch nach einem mehrheitlichen Verkauf der Unternehmensanteile soll Opel eine enge Zusammenarbeit mit GM pflegen. Dies gilt insbesondere für einen gemeinsamen Einkauf sowie für die Aufteilung der Aufwendungen für die Entwicklung neuer Fahrzeuge und Investitionen in neue Antriebstechniken. Über die enge weitere Zusammenarbeit von Opel mit GM sind sich Management und Betriebsrat einig.

Intensive Verhandlungen laufen jedoch noch über den Beitrag zu den nötigen Einsparungen, den die gut 50.000 Beschäftigten von GM in Europa leisten müssen. GM hatte den Beitrag auf rund 1 Milliarde Euro beziffert. Offen ist jedoch noch, ob dies über Personalabbau oder über Lohnverzicht erzielt wird. Je höher ein solcher Verzicht ausfällt, desto weniger Beschäftigte sollen entlassen werden. Eine Einigung dazu mit den Arbeitnehmervertretern kann es wohl erst dann geben, wenn der neue Eigentümer von Opel feststeht. Denn erst dann gibt es auch Klarheit darüber, ob und wie viele Werke geschlossen werden müssen.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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