28.08.2009 · Die deutsche Wurstindustrie ist ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Das Bundeskartellamt hat 19 Hersteller im Verdacht, ihre Preise untereinander abgesprochen zu haben. Laut einem Medienbericht wird etwa gegen „Herta“ und „Rügenwalder Mühle“ ermittelt.
Von Helmut BünderDeutsche Verbraucher zahlen möglicherweise seit Jahren überhöhte Preise für Wurst und Aufschnitt. Das Bundeskartellamt hat 19 Hersteller im Verdacht, ihre Preise untereinander abgesprochen zu haben. „Darunter sind bekannte Namen und Marken“, sagte ein Sprecher der Behörde, ohne Einzelheiten zu nennen.
Die „Lebensmittelzeitung“ berichtete, dass unter anderem Herta und Rügenwalder Mühle ins Visier der Kartellwächter geraten seien. Ein Sprecher des Nestle-Konzerns in Deutschland bestätigte, dass die Konzerntochter Herta durchsucht worden sei. Auch der Fleischwarenhersteller Metten aus Finnentrop im Sauerland bestätigte, dass seine Büroräume durchsucht worden seien, wies die Beschuldigungen aber zurück. Genannt wurden zudem Stockmeyer sowie die Westfälische Fleischwarenfabrik Franz Wiltmann. Deren geschäftsführender Gesellschafter ist zugleich Präsident des Bundesverbandes der deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF). Der Verband selbst sei nicht durchsucht worden, sagte ein Mitarbeiter.
Uli Hoeneß nicht betroffen
Auch der wohl prominenteste deutsche Wurstfabrikant, Fußballmanager Uli Hoeneß, ist von der Untersuchung nicht betroffen. Die Razzia hatte bereits am 22. Juli stattgefunden, wie erst jetzt bekannt wurde. Das Kartellamt war mit einem Großaufgebot von 41 eigenen Ermittlern und 46 Polizeibeamten in ganz Deutschland unterwegs und beschlagnahmte umfangreiches Aktenmaterial, das noch ausgewertet werden muss.
Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen den beteiligten Unternehmen empfindliche Geldbußen, die bis zu zehn Prozent des Umsatzes betragen können. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ wollte sich der Sprecher nicht dazu äußern, wie das Amt dem Kartell auf die Spur gekommen ist. In den meisten Fällen werden derartige Absprachen durch einen der Kartellbrüder aufgedeckt, der die strafmindernde Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen möchte.
In jüngster Zeit häufigen sich die Kartelluntersuchungen in der Lebensmittelbranche. Auch bei Unternehmen der Mühlenindustrie, Süßwarenherstellern und Kaffeebrennern war das Kartellamt schon vorstellig geworden. Die Behörde wollte sich nicht dazu äußern, ob dies nur ein Zufall ist oder die starke Stellung des Einzelhandels möglicherweise Gegenreaktionen der Lebensmittelindustrie provoziert.
Solange
Gustav Mahler (GustavMahler)
- 28.08.2009, 18:55 Uhr
Man braucht...
Lutz Neumann (lunte.gerochen)
- 28.08.2009, 19:57 Uhr
Verbraucherintelligenz
Hartmud Ose (hwarang)
- 29.08.2009, 12:53 Uhr
Die freie Marktwirtschaft ....
bernd ullrich (demokrat2)
- 30.08.2009, 12:29 Uhr
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