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Karstadt und Kaufhof Spitzengespräch ohne klares Ergebnis

07.06.2009 ·  Am Sonntag haben sich die Chefs der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof zu einem Krisengespräch getroffen. Was dabei herauskam, ist nicht ganz klar. Zuerst hieß es, man habe sich auf einen „Verhandlungsfahrplan“ geeinigt - später war davon nicht mehr die Rede. Metro spricht von einer „Kommunikationspanne“.

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Ein Spitzengespräch der Handelsriesen Metro und Arcandor über eine Fusion ihrer Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt ist am Sonntag ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Es gebe nach wie vor gravierende Meinungsunterschiede über den Kaufpreis und über die Zahl der für eine Übernahme attraktiven Standorte, hieß es nach Abschluss der Verhandlungen in Metro-Kreisen. Eine Einigung über einen Zusammenschluss der Ketten gilt als Vorbedingung für eine mögliche Staatshilfe für den akut ums Überleben kämpfenden Arcandor-Konzern.

An dem Spitzengespräch hatten die Chef der Warenhausketten, Karl-Gerhard Eick (Arcandor) und Eckhard Cordes (Metro Group), sowie Vertreter der Großaktionäre und der Vermieter teilgenommen. Dabei seien die unterschiedlichen Szenarien zur Rettung der Karstadt-Warenhäuser und einer möglichen Bildung einer Warenhaus AG diskutiert worden, teilten die Unternehmen mit. Alle Beteiligten hätten einen konstruktiven Beitrag zur Bildung einer Warenhaus AG zugesagt.

Metro: Situation duldet keinen zeitlichen Aufschub

Die Gespräche sollen kurzfristig fortgesetzt werden, „weil die Situation keinen zeitlichen Aufschub verträgt“, betonten die Unternehmen. Einen konkreten Fahrplan für die weiteren Verhandlungen gebe es aber noch nicht, sagte Metro-Sprecher Martin Bommersheim der Nachrichtenagenut AP. Er korrigierte damit frühere und gegenteilige Angaben; für deren Verbreitung machte er eine Kommunikationspanne im Unternehmen verantwortlich.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erklärte nach Abschluss der Gespräche, mit den Verhandlungen über die Deutsche Warenhaus AG erfülle man eine der von der Politik formulierten Voraussetzungen für die Bewilligung des staatlichen Rettungsdarlehens für Arcandor. Eine derartige Fusion könne die Staatshilfen aber nicht ersetzen.

Der Konzern hatte zuvor gewarnt, er müsse bereits am (morgigen) Montag Insolvenz anmelden, sollte die Bundesregierung den beantragten Notkredit in Höhe von 437 Millionen Euro ablehnen. Die Sprecherin von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Beatrix Brodkorb, kündigte an, die Bundesregierung werde die Verhandlungsergebnisse am Montag diskutieren.

Demonstrationen und Mahnwachen

Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich am Wochenende allerdings weiter zurückhaltend: „Es gibt jetzt erst mal die Notwendigkeit, dass die Beteiligten - das heißt Arcandor, Karstadt und Kaufhof - miteinander sprechen“, sagte Merkel in Berlin. „Wir wollen natürlich alles daran setzen, eine möglichst wirtschaftliche Lösung hin zu bekommen.“ In der „Bild am Sonntag“ warf die Bundeskanzlerin Arcandor Missmanagement vor.

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) schloß unterdessen staatliche Hilfen für Arcandor weiterhin nicht aus. „Ich habe in den letzten Tagen immer wieder gesagt, das hängt auch davon ab, inwieweit die Eigentümer, insbesondere die Eigentümer der Immobilien, in der Lage und bereit sind, sich selbst zu beteiligen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat in Berlin.

Die Gewerkschaft ver.di forderte in einem dramatischen Appell an Bundeskanzlerin Merkel sofortige Unterstützung für Arcandor: „Ohne die Hilfe der Politik geht es nicht“, erklärte ver.di-Vorstand Margret Mönig-Raane. „Die Rettungsbeihilfe muss am Montag kommen.“ Arcandor-Betriebsratschef Hellmut Patzelt plädierte im „Tagesspiegel“ für eine Fusion „unter Gleichen“ und gegen eine Übernahme. Auch zahlreiche Karstadt-Mitarbeiter verliehen am Sonntag mit Demonstrationen und Mahnwachen vor den Filialen der Forderung nach Staatshilfe Nachdruck.

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Von Heike Göbel

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