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Veröffentlicht: 07.07.2010, 13:18 Uhr

Karstadt-Pleite Insolvenzverwalter klagt gegen Middelhoff

Karstadt-Insolvenzverwalter Görg will Thomas Middelhoff, den ehemaligen Chef der Karstadt-Mutter Arcandor, und weitere Manager auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagen. Mehrere Immobilien sollen unter Marktwert verkauft und zu überhöhten Preisen von Karstadt zurückgemietet worden sein.

© AP Thomas Middelhoff soll für Fehler bei Arcandor zahlen

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will den ehemaligen Chef der Karstadt-Mutter Arcandor Thomas Middelhoff und weitere Manager auf Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe verklagen. Das sagte Görg-Sprecher Thomas Schulz am Mittwoch. Wann die Klage genau eingereicht werde, sei noch unklar, sagte Schulz. Nach Informationen der Zeitung sollen sich die Forderungen des Insolvenzverwalters auf insgesamt rund 175 Millionen Euro belaufen.

Anlass der Ermittlungen ist im Wesentlichen der Verkauf von fünf Warenhausimmobilien in Potsdam, München, Karlsruhe, Leipzig und Wiesbaden an den Oppenheim-Esch-Fonds. Die betreffenden Immobilien sollen angeblich unter Marktwert verkauft und zu deutlich überhöhten Preisen von Karstadt zurückgemietet worden sein.

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Ermittlungen laufen noch

Hintergrund der Klageeinreichung seien mögliche Verjährungsfristen, die man einhalten wolle, sagte Schulz. Deshalb habe man das Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Middelhoff und weitere Beteiligte auch nicht abwarten können. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen bereits im Juli 2009 eingeleitet. Anklage sei bislang aber noch nicht erhoben worden, sagte der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft Bernd Bienioßek am Mittwoch. Ein Ende des äußerst umfangreichen Verfahrens sei auch noch nicht absehbar.

Betroffen von der Klage sind die 2004 und 2005 amtierenden Vorstände der später in Arcandor umbenannten KarstadtQuelle AG, sowie frühere Mitglieder des Aufsichtsrats. Bei dem Verfahren hatten die Bochumer Staatsanwälte vor drei Monaten auch in der Essener Zentrale der zusammengebrochenen Karstadt-Mutter Arcandor ermittelt. Ein Teil der für die Schadenersatzklage notwendigen Akten werde derzeit auch noch für die strafrechtlichen Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft gebraucht, sagte Schulz. An dem Oppenheim-Esch-Fonds hatten sich auch Middelhoff und seine Frau beteiligt. Eingefädelt worden war das Geschäft jedoch von dem damaligen Konzernchef Wolfgang Urban. Middelhoff hat den Vorwurf der Untreue wiederholt zurückgewiesen.

Streitthema Mieten

Über die Höhe der Mieten für Karstadt-Immobilien streitet zurzeit auch der Käufer von Karstadt, der Investor Nicolas Berggruen, mit dem Konsortium Highstreet, das einen Großteil der Karstadt-Gebäude besitzt. Berggruen möchte deutliche Mietnachlässe erreichen. Nur unter dieser Bedingung tritt der Kaufvertrag auch in Kraft. Hinter Highstreet stehen unter anderem die amerikanische Bank Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

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