Home
http://www.faz.net/-gqi-77mg1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Kapitalerhöhung Commerzbank gibt Staatshilfe zurück

Die Commerzbank will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung die restliche Staatshilfe vollständig tilgen. Fast 2,4 Milliarden Euro zahlt die Commerzbank damit an Stillen Einlagen an den Bankenrettungsfonds Soffin und die Allianz zurück. Auf die Ankündigung verliert die Commerzbank-Aktie rasant.

© dpa Vergrößern Die Beteiligung des Bundes soll mit der Kapitalerhöhung voraussichtlich auf unter 20 Prozent des Grundkapitals sinken

Die teilverstaatlichte Commerzbank will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung die Staatshilfe vollständig tilgen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro werden die Stillen Einlagen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin und des Versicherungskonzerns Allianz über fast 2,4 Milliarden Euro komplett zurückgezahlt, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Mittwoch mitteilte. Auf den Bankenrettungsfonds Soffin entfallen damit 1,63 Milliarden Euro, auf die  Allianz rund 750 Millionen Euro.

Zum ersten Mal überhaupt seit der Rettung der Bank in der Finanzkrise vor gut vier Jahren lässt der Soffin im Zuge dessen seinen Aktienanteil auf weniger als 25 Prozent sinken. Die Deutsche Bank, Citi und HSBC garantieren die für Mitte Mai geplante Kapitalerhöhung, die von der Hauptversammlung am 19. April beschlossen werden soll.

Den Aktionären wird bei der Hauptversammlung zudem eine Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 10:1 zur Entscheidung vorgelegt. Dadurch würde die Zahl der ausgegebenen Aktien vor der Kapitalerhöhung auf 583 Millionen Stück von derzeit 5,83 Milliarden Stück sinken. Das würde die einzelnen Papiere aufwerten.

Aktienkurs verliert um mehr als zehn Prozent

Nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung haben sich die Anleger gleich reihenweise von den Aktien der Commerzbank getrennt. Die Titel fielen an diesem Mittwoch um bis zu 14,2 Prozent auf 1,20 Euro, den niedrigsten Stand seit sieben Monaten. Im Dax waren sie der mit Abstand größte Verlierer. „Am Dienstag war noch von einer Mini-Kapitalerhöhung die Rede, jetzt wissen wir: es geht doch um eine ganz ordentliche Summe“, sagte ein Händler. Der Druck auf die Aktien dürfte daher noch eine Weile anhalten.

„Das Ziel, damit den Ausstieg des Staates voranzutreiben, ist zwar eigentlich gut. Aber bei den Aktionären kommt erst einmal nur die Nachricht an, dass erneut eine Kapitalerhöhung auf sie zukommt“, erklärt der Börsianer. Die Bank hat ihre Aktionäre in den vergangenen Jahre bereits mehrfach über Kapitalmaßnahmen zur Kasse gebeten.

Die Commerzbank-Aktie hatte im Frühjahr 2000 ihr Allzeithoch von 37,715 Euro erreicht. Nach der Finanzkrise stürzte die Aktie ab und notiert seit Herbst 2011 zwischen 1 und 2 Euro.

Mehr zum Thema

Noch im Dezember hatte Vorstandschef Martin Blessing angekündigt, die Staatshilfe vorerst nicht vollständig zurückzuzahlen. Mit der Rückzahlung der Staatshilfe muss Blessing nun auch keinerlei Einschränkungen mehr bei seinem Gehalt hinnehmen. Bislang war sein Gehalt auf 500.000 Euro gedeckelt, weil die vom Staat in der Finanzkrise geleistete staatliche Kapitaleinlage von 16,4 Milliarden Euro nicht bedient worden war. Freiwillig verzichteten Blessing und die restlichen Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2011 auf eine Anhebung, nachdem die staatliche Einlage auf 1,6 Milliarden Euro dank einer Kapitalerhöhung zurückgeführt worden war.  Für 2012 waren es wieder 1,3 Millionen Euro für den Vorstandschef.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Walter und Dönges Zwei Neue für den Bankenrettungsfonds

Herbert Walter hat einst die Dresdner Bank geführt. Jetzt soll er den staatlichen Rettungsfonds Soffin leiten. Mehr Von Manfred Schäfers, Berlin

15.12.2014, 18:22 Uhr | Wirtschaft
Alibaba auf Rekordjagd

Das Volumen der Erstnotiz am Freitag lag bei 21,8 Milliarden Dollar. Das ist der größte Börsengang eines Internetunternehmens. Wenn Alibaba wie erwartet auch die Option für die Zuteilung von Aktien zieht, ist der Börsengang mit 25 Milliarden Dollar insgesamt der größte aller Zeiten. Mehr

23.09.2014, 12:50 Uhr | Wirtschaft
Währungsabsturz Rubel-Verfall belastet Aktienkurse

Der Rubel-Absturz trifft einige Unternehmen in Westeuropa besonders hart. Dazu zählen Österreichs Raiffeisenbank, der Arzneimittelhersteller Stada und Adidas. Am meisten steht aber für den britischen Ölkonzern BP auf dem Spiel. Mehr Von Markus Frühauf und Marcus Theurer

18.12.2014, 08:28 Uhr | Finanzen
Brüssel Cameron wettert gegen Milliarden-Nachforderung

Die geforderte Nachzahlung von 2,1 Milliarden Euro sei absolut ungerechtfertigt. Der britische Premierminister David Cameron stellte erneut die Mitgliedschaft seines Landes in der EU infrage. Mehr

24.10.2014, 20:05 Uhr | Politik
Warten auf die Fed Dax-Anleger bleiben nervös

Vor wichtigen Aussagen der amerikanischen Notenbank-Präsidentin Janet Yellen hat der Dax leicht nachgegeben. Die Russland-Krise bereitet zudem den Commerzbank-Aktionären zunehmend Kopfzerbrechen. Mehr

17.12.2014, 18:12 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.03.2013, 11:36 Uhr

Haudraufundschluss

Von Jan Grossarth

In einem Tierstall, der für Wiesenhof arbeitet werden Enten mit Mistgabeln erschlagen. Es sind Ausnahmen mit System. Die Massentierhaltung soll trotzdem nicht verboten werden. Mehr 6


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden