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Kapitalerhöhung : Commerzbank gibt Staatshilfe zurück

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Die Beteiligung des Bundes soll mit der Kapitalerhöhung voraussichtlich auf unter 20 Prozent des Grundkapitals sinken Bild: dpa

Die Commerzbank will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung die restliche Staatshilfe vollständig tilgen. Fast 2,4 Milliarden Euro zahlt die Commerzbank damit an Stillen Einlagen an den Bankenrettungsfonds Soffin und die Allianz zurück. Auf die Ankündigung verliert die Commerzbank-Aktie rasant.

          Die teilverstaatlichte Commerzbank will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung die Staatshilfe vollständig tilgen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro werden die Stillen Einlagen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin und des Versicherungskonzerns Allianz über fast 2,4 Milliarden Euro komplett zurückgezahlt, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Mittwoch mitteilte. Auf den Bankenrettungsfonds Soffin entfallen damit 1,63 Milliarden Euro, auf die  Allianz rund 750 Millionen Euro.

          Zum ersten Mal überhaupt seit der Rettung der Bank in der Finanzkrise vor gut vier Jahren lässt der Soffin im Zuge dessen seinen Aktienanteil auf weniger als 25 Prozent sinken. Die Deutsche Bank, Citi und HSBC garantieren die für Mitte Mai geplante Kapitalerhöhung, die von der Hauptversammlung am 19. April beschlossen werden soll.

          Den Aktionären wird bei der Hauptversammlung zudem eine Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 10:1 zur Entscheidung vorgelegt. Dadurch würde die Zahl der ausgegebenen Aktien vor der Kapitalerhöhung auf 583 Millionen Stück von derzeit 5,83 Milliarden Stück sinken. Das würde die einzelnen Papiere aufwerten.

          Aktienkurs verliert um mehr als zehn Prozent

          Nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung haben sich die Anleger gleich reihenweise von den Aktien der Commerzbank getrennt. Die Titel fielen an diesem Mittwoch um bis zu 14,2 Prozent auf 1,20 Euro, den niedrigsten Stand seit sieben Monaten. Im Dax waren sie der mit Abstand größte Verlierer. „Am Dienstag war noch von einer Mini-Kapitalerhöhung die Rede, jetzt wissen wir: es geht doch um eine ganz ordentliche Summe“, sagte ein Händler. Der Druck auf die Aktien dürfte daher noch eine Weile anhalten.

          „Das Ziel, damit den Ausstieg des Staates voranzutreiben, ist zwar eigentlich gut. Aber bei den Aktionären kommt erst einmal nur die Nachricht an, dass erneut eine Kapitalerhöhung auf sie zukommt“, erklärt der Börsianer. Die Bank hat ihre Aktionäre in den vergangenen Jahre bereits mehrfach über Kapitalmaßnahmen zur Kasse gebeten.

          Die Commerzbank-Aktie hatte im Frühjahr 2000 ihr Allzeithoch von 37,715 Euro erreicht. Nach der Finanzkrise stürzte die Aktie ab und notiert seit Herbst 2011 zwischen 1 und 2 Euro.

          Noch im Dezember hatte Vorstandschef Martin Blessing angekündigt, die Staatshilfe vorerst nicht vollständig zurückzuzahlen. Mit der Rückzahlung der Staatshilfe muss Blessing nun auch keinerlei Einschränkungen mehr bei seinem Gehalt hinnehmen. Bislang war sein Gehalt auf 500.000 Euro gedeckelt, weil die vom Staat in der Finanzkrise geleistete staatliche Kapitaleinlage von 16,4 Milliarden Euro nicht bedient worden war. Freiwillig verzichteten Blessing und die restlichen Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2011 auf eine Anhebung, nachdem die staatliche Einlage auf 1,6 Milliarden Euro dank einer Kapitalerhöhung zurückgeführt worden war.  Für 2012 waren es wieder 1,3 Millionen Euro für den Vorstandschef.

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