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Kapital fehlt GM soll Geld für neue Opel AG bereitstellen

19.08.2010 ·  Aus der Opel GmbH soll wieder die Opel AG werden. Doch nach F.A.Z.-Informationen fehlen dafür mehrere hundert Millionen Euro. Der Mutterkonzern General Motors müsste aushelfen - dem neuen GM-Chef Akerson dürfte das nicht gefallen.

Von Christoph Ruhkamp
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Die vom Betriebsrat gewünschte Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft wird nicht ohne zusätzliche Hilfe des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) zu stemmen sein. Für die AG ist erforderlich, dass das Reinvermögen von Opel einschließlich stiller Reserven das künftige Grundkapital nachhaltig deckt. Das geht aus der Rahmenvereinbarung (Master Agreement) zwischen Opel-Betriebsratschef Klaus Franz und Opel-Chef Nick Reilly hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. „Sobald dies durch ein Ertragswertgutachten eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers bestätigt ist, wird die Adam Opel GmbH darauf hinwirken, dass der Antrag auf Umwandlung beim Handelsregister unverzüglich gestellt wird“, heißt es im Mantelvertrag. Sollte die Umwandlung nicht bis spätestens zum Jahresende wirksam werden, muss das Weihnachtsgeld, auf das die Beschäftigten eigentlich zur Hälfte verzichten wollten, voll ausgezahlt werden.

Der Opel-Aufsichtsrat werde in den kommenden Tagen einen Grundsatzbeschluss über die Umwandlung fällen, sagte Betriebsratschef Franz am Mittwoch. Der Aufsichtsrat tagt an diesem Donnerstag. Ob dann auch wirklich alle Informationen über die Eigenkapitalausstattung in testierter Form vorliegen, ist noch offen. Nach Angaben aus Kreisen der Betriebsräte ist die Ausstattung von Opel mit Eigenkapital um mehrere hundert Millionen Euro zu gering. Da das Rüsselsheimer Unternehmen diese Lücke nicht aus eigener Kraft schließen kann, müsste der Mutterkonzern GM in die Bresche springen. Die Amerikaner stellen für die Sanierung von Opel ohnehin schon ein Darlehen von mehr als 3 Milliarden Euro zur Verfügung, das allerdings auch mit fast 10 Prozent hoch verzinst wird. Für die Umwandlung in eine AG müsste ein Teil dieses Geldes als Eigenkapital mit vollständigem Verlustrisiko bereitgestellt werden. Beim neuen GM-Chef Daniel Akerson dürfte das nicht auf Begeisterung stoßen. Der erfahrene Finanzinvestor ist gerade dabei, den Staatskonzern GM bis November zurück an die Börse zu bringen. Potenziellen Investoren müsste er nun erläutern, welche Risiken mit der deutschen Tochtergesellschaft Opel verbunden sind.

Die Arbeitnehmer hatten im Jahr auf 265 Millionen Euro Lohn verzichtet

Die neue Rechtsform soll die Mitspracherechte der Opel-Beschäftigten erweitern und die Eigenständigkeit des Managements gegenüber GM erhöhen. Es wird ein gemeinsam aus Arbeitnehmern und Kapitalvertretern zusammengesetzter Produktplanungsausschuss von Opel gebildet. Mit der Umwandlung erfüllt Opel-Chef Nick Reilly eine der Kernforderungen der Belegschaft. Die Arbeitnehmer hatten auf jährlich 265 Millionen Euro Lohn verzichtet, im Gegenzug dafür jedoch die Rückkehr zur AG gefordert. Die Opel AG war erst 2005 nach mehr als 70 Jahren als Aktiengesellschaft in eine GmbH verwandelt worden, um GM mehr Mitspracherechte einzuräumen.

Derweil wehrt sich Opel gegen den Vorwurf der Wettbewerbszentrale, die vor zwei Wochen begonnene Werbekampagne führe die Verbraucher in die Irre. Sie werbe mit einer „lebenslangen Garantie“ ohne zeitliche Befristung für alle Neuwagen, obwohl die Garantie nur für die ersten 160.000 Kilometer gelte. Die Wettbewerbszentrale hatte Opel ein Ultimatum für eine Unterlassungserklärung bis einschließlich Donnerstag gestellt und mit einer Klage vor dem Landgericht Darmstadt gedroht. Opel will nicht nachgeben: „Wir werden unser Konzept nicht ändern“, sagte Opel-Verkaufschef Alain Visser. Die Garantie sei auf sehr positive Reaktionen der Kunden gestoßen; alle Ausnahmen würden in der Werbung gut erklärt.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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