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Kampf um die besten Geräte : Kartenzahlung über das Smartphone wird wichtiger

Geldkartenlesegeräte für mobile Endgeräte werden immer gefragter Bild: Reuters

Wer ein Geldkartenlesegerät an sein Smartphone hängt, kann auch als Privatmann oder Kleinsthändler EC-Kartenzahlungen annehmen - zum Beispiel auf dem Flohmarkt. Der Markt wird wichtiger. Der Dienst Payleven hat sich nun die Partnerschaft mit Apple gesichert.

          Was sich am Mittwoch vor dem Berliner Laden des Elektronikkonzerns Apple abspielte, wirkte wie eine verspätete Karnevalsparty. Kurz bevor der Apple Store am Kurfürstendamm öffnete, hatte sich eine Schlange gutgelaunter junger Menschen gebildet, die sich als Arzt, Baguettebäcker, Maler, Bauarbeiter, Schornsteinfeger oder Koch verkleidet hatten. Ein paar Anwesende hielten selbstgeschriebene Pappschilder mit dem Schriftzug „Kartenzahlung für alle“ in der Hand.

          Hintergrund der Scharade: Payleven, ein junger Berliner Dienst für mobiles Bezahlen per Smartphone oder Tablet, verkündete am Mittwoch, dass er fortan mit Apple zusammenarbeitet. Der Computer- und Smartphoneriese wird künftig in seinen Filialen in Italien, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland ein Kartenlesegerät des Bezahlwinzlings vertreiben, das es kleinen Dienstleistern, Gewerbetreibenden oder auch Privatpersonen ermöglicht, Kartenzahlungen anzunehmen. Das Gerät funktioniert nach dem Chip- und Pin-Prinzip. Das heißt, dass der Karteninhaber die Zahlung mit seiner persönlichen Identifikationsnummer oder Geheimnummer bestätigen muss, was eine höhere Sicherheit für den verspricht, der die Zahlung annimmt.

          Die Partnerschaft zwischen Payleven und Apple ist der vorerst letzte Schritt in der immer weiter zunehmenden Verbeitung der Geldkartenlesegeräte auch bei kleinen Gewerbetreibenden. In den vergangenen Monaten sind Dienste wie Payleven, Sumup, iZettle auf den deutschen Markt für „mobile payment“ gedrängt. Und selbst etablierte Zahlungsabwicklungsunternehmen wie die Wirecard AG setzen inzwischen darauf, dass ihre Kunden Kartenzahlungen über mobile internetfähige Geräte abwickeln.

          Die meisten dieser Anbieter für mobiles Bezahlen arbeiten nach dem selben Prinzip: Sie statten ihre Kunden, oft kleine Händler oder Dienstleister, mit mobilen Kartenlesegeräten aus, damit diese EC-Karten oder Kreditkarten annehmen können. Die Kartenleser sind dabei mit Smartphones oder Tablets verbunden, auf denen eine Anwendung läuft, mit der die Zahlung abgewickelt wird. Je Transaktion berechnen die Anbieter eine Gebühr, die sich im unteren einstelligen Prozentbereich bewegt: Payleven, Sumup und iZettle behalten derzeit allesamt 2,75 Prozent des Umsatzes einer Transaktion für sich.

          Weitere Partnerschaften sollen demnächst folgen

          Die neuen Zahlungsdienstleister sprechen davon, dass sie zuvorderst auf kleine Einzelhändler oder Dienstleister abzielen, für die ein Kartenterminal eines herkömmlichen Anbieters sich nicht rechnet, weil entweder das Transaktionaufkommen zu niedrig ist oder die Grundgebühren zu hoch. Bei Payleven geht man von einem Markt aus, der in Deutschland rund 1,8 Millionen Händler, Kleingewerbetreibende und Selbständige umfasst. „Unsere Sicht ist weiter, dass es in Deutschland genügend kleine Händler und Unternehmen gibt, damit mehrere Konkurrenten auf dem Markt wirtschaftlich erfolgreich agieren können“, sagt Payleven-Gründer und Geschäftsführer Konstantin Wolff.

          Durch die Kooperation mit Apple könnte Wolffs Unternehmen trotz dieser Einschätzung einen Vorteil im Rennen um Marktanteile erlangt haben. Zwar verkauft die Deutsche Telekom schon seit einiger Zeit in ihren Ladengeschäften ein Kartenlesegerät des schwedischen Unternehmens iZettle. Und der Berliner Wettbewerber Sumup hatte erst in der vergangenen Woche eine neue Handelspartnerschaft verkündet - allerdings in Russland, wo die Mobilfunkvertriebskette Swjasnoj die Lesegeräte nun verkauft. Mit Apple hat sich Payleven somit gleichwohl den klingendsten Namen gesichert. „Wir wollen mit der Kooperation mehr Menschen den Zugang zu unseren Geräten und unserem Angebot öffnen“, sagt Wolff deshalb. „Für uns ist diese Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt dahin, weil Apple das erste große Unternehmen mit Filialnetz ist, das unsere Lesegeräte vertreibt.“ Weitere Partnerschaften sollen laut Wolff demnächst folgen. Ob sein Unternehmen wieder Schlangen vor Geschäften organisiert, ist nicht bekannt.

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