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Kaffeeautomaten Philips schluckt Saeco

25.05.2009 ·  Philips kommt immer mehr auf den Kaffeegeschmack. Mit der Senseo-Maschine hat der niederländische Elektronikkonzern vor sieben Jahren den Kaffeemarkt aufgemischt. Nun will sich Philips mit dem italienischen Hersteller Saeco im Segment für teurere Kaffeemaschinen etablieren.

Von Michael Stabenow
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Philips scheint immer mehr auf den Kaffeegeschmack zu kommen. Sechs Wochen, nachdem der niederländische Elektronikkonzern sich wegen möglicherweise defekter Kaffeemaschinen vom Typ Senseo zu einer spektakulären Rückrufaktion entschieden hat, verkündete er am Montag eine „verbindliche Vereinbarung“ über den Kauf des führende europäischen Espressomaschinenherstellers Saeco. Ganz perfekt ist die Übernahme noch nicht. Philips muss sich noch mit den kreditgebenden Banken von Saeco einigen. Erst nach erfolgreicher Übernahme will Philips die Details bekanntgeben.

Saeco gehört zu den bekanntesten Herstellern von Kaffeevollautomaten. Das 1981 gegründete Unternehmen vertreibt seine Produkte in rund 60 Ländern. Philips wiederum hat den Kaffeemarkt vor Jahren mit seinen Senseo-Maschinen aufgemischt, die mit Kaffeepads statt Pulver befüllt werden. Daneben verkaufen die Niederländer auch Espressoautomaten und klassische Kaffeemaschinen.

Kaufpreis soll 200 Millionen Euro betragen

Saeco wird derzeit noch vom französischen Finanzinvestor PAI kontrolliert. Am Sonntag hatte die italienische Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 ore“ berichtet, dass der Vorstand von Saeco das Philips-Angebot bereits gebilligt habe. Am Montag blieb allerdings zunächst unklar, in welchem Maße die Gläubigerbanken, bei denen das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen offenbar Schulden in einer Größenordnung von rund 500 Millionen Euro hat, zu Entgegenkommen bereit sein könnten.

In Presseberichten war zunächst von einem Kaufpreis von 200 Millionen Euro die Rede und auch davon, dass Philips darüber hinaus weitere 60 Millionen Euro in das 1981 gegründete italienische Traditionsunternehmen investieren wolle.

Philips will sich langfristig im Marktsegment für teurere Kaffeemaschinen etablieren. Saeco, das derzeit rund 1400 Beschäftigte zählt, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 318 Millionen Euro. Davon entfielen jeweils 20 Prozent auf den italienischen Heimatmarkt sowie auf Deutschland, 35 Prozent auf andere europäische Länder sowie weitere 20 Prozent auf andere Teile der Welt. Bei den automatischen Espresso-Kaffeemaschinen ist der italienische Hersteller in Europa mit einem Marktanteil von zuletzt 30 Prozent führend. Neben den eigenen Produkten Saeco und Gaggio ist das Unternehmen auch durch Kooperationen mit anderen Marken wie Lavazza und OEM präsent.

Angriff auf Nespresso

Mitte April musste Philips insgesamt sieben Millionen Senseo-Geräte, davon eine Million in Deutschland, zurückrufen. Das Unternehmen hatte festgestellt, dass bei stark verkalkten Geräten im Zusammenspiel mit einem elektrischen Defekt der Sicherheitsmechanismus versagen und durch Druckanstieg der Maschinen Verletzungen auftreten könnten. Das „tatsächliche Risiko“ liegt nach Philips-Darstellung bei jeweils einer Million Geräte bei „unter drei Fällen“ - das Unternehmen entschied sich jedoch auf Nummer Sicher zu gehen und verbuchte die Rückrufaktion bereits mit 30 Millionen Euro in ihren Büchern.

Für Philips eröffnet der Kauf des traditionsreichen und im teureren Segment angesiedelten italienischen Konkurrenten Saeco neue Perspektiven auf dem umkämpften Markt für Kaffeemaschinen und -automaten. Führend auf dem Markt für neuartige Geräte ist nach wie vor der schweizerische Nestlé-Konzern. Das Unternehmen gründete schon Mitte der achtziger Jahre die Tochtergesellschaft Nespresso.

Auch die im norditalienischen Turin ansässige Kaffeerösterei Lavazza versuchte seit Ende der achtziger Jahren, auf dem Markt für sogenannte Kaffeepads Fuß zu fassen; anders als Nespresso setzte Lavazza damals nicht auf private Haushalte, sondern vor allem auf Großabnehmer in Unternehmen.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in Brüssel.

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