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John Paulson Der Milliardenmann

 ·  Der Hedge-Fonds-Manager John Paulson hat mit einem Jahresverdienst von fünf Milliarden Dollar wohl seinen eigenen Rekord gebrochen. Im Jahr 2007 hatte er den mit knapp vier Milliarden Dollar selbst aufgestellt.

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Der amerikanische Hedge-Fonds-Manager John Paulson soll nach amerikanischen Medienberichten im Jahr 2010 sein Privatvermögen um 5 Milliarden Dollar vermehrt haben. Damit hätte er seinen bisherigen Rekord von 3,7 Milliarden Dollar übertroffen, den er 2007, also im ersten Jahr der Finanzkrise, erzielt hatte. Der letztjährige Gewinn wurde indes bislang nur teilweise realisiert, sondern besteht zu einem bedeutenden Teil aus Buchgewinnen, die auch wieder verlorengehen können.

Der medienscheue Mittfünfziger verdankt viele seiner Erfolge einer riskanten Strategie: Er liebt es, der herrschenden Meinung am Markt zu trotzen und darauf zu wetten, dass er gegen die Mehrheit der Marktteilnehmer langfristig recht behält. In seinen frühen Jahren hatte Paulson Erfolg, indem er während eines Konjunkturaufschwungs schon an den nächsten Abschwung dachte und sich überlegte, welche Unternehmen dann besonders stark leiden würden. In Jahren mit vielen Fusionen und Übernahmen spekulierte er darauf, dass einige dieser Projekte scheitern könnten, und positionierte sich dementsprechend rechtzeitig in Aktien und Anleihen betroffener Unternehmen.

Schon 2005 begann Paulson zu ahnen, dass der Boom am amerikanischen Markt für Subprime-Hypotheken in einer schweren Krise enden würde. Der Amerikaner ging planmäßig vor und investierte 2 Millionen Dollar in den Kauf von Daten über amerikanische Hypothekendarlehen, die er von Spezialisten auswerten ließ. Zudem orientierte er sich an einer Weisheit seines Kollegen George Soros: "Wenn man als Investor von einer Idee wirklich überzeugt ist, muss man so viel Geld wie irgend möglich für diese Idee mobilisieren." Paulson baute seit 2005 sehr große Positionen in Kreditausfallderivaten (CDS) auf, die sich zunächst noch nicht rentierten, da sich der Markt hielt.

Doch 2007 sah sich Paulson bestätigt: Der schwere Einbruch am Markt für Subprime-Hypotheken bescherte ihm und seinen Geldgebern riesige Gewinne. Erst 2010 wurde bekannt, dass die Geschäftspraktiken nicht alle gänzlich jugendfrei waren. So baute er zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs einen Fonds namens Abacus, in den von Paulson schlechte Kredite eingebracht wurden, auf deren Ausfall Paulson gleichzeitig spekulierte. Fondsanteile wurden an Privatkunden verkauft, die viel Geld verloren, während Paulsons Fonds alleine mit dem Abacus-Geschäft angeblich eine Milliarde Dollar verdiente. Juristisch hat er nichts zu befürchten. Wie Paulson 2010 sein Geld anlegte, ist nicht vollständig bekannt. Kein Geheimnis ist, dass er einen Anteil von rund 10 Prozent am weltgrößten börsennotierten Gold-Indexfonds aufgebaut hat.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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