http://www.faz.net/-gqe-8p0hs

Gesundheit : Jedes dritte neue Medikament bringt nichts

  • Aktualisiert am

Bringen viele neue Medikamente wirklich nichts? Bild: dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ausgewertet, wie neue Arzneimittel kranken Menschen helfen. Die Ergebnisse dürften Patienten nicht gefallen.

          Jedes dritte neu auf den Markt gekommene Medikament hat keinen zusätzlichen Nutzen für Patienten. Das geht aus einer Zwischenbilanz der gesetzlichen Krankenkassen hervor, berichtet die „Funke Mediengruppe“. Zuvor seien fünf Jahre lang alle neuen Medikamente verpflichtend auf ihren Nutzen und ihre Kosten hin untersucht worden.

          Der Auswertung zufolge haben die gesetzlichen Krankenkassen und die Pharmahersteller seit dem Jahr 2012 für exakt 129 Medikamente Preisverhandlungen geführt. Von diesen Präparaten hätten 44, also etwa ein Drittel, einen klar nachweisbaren zusätzlichen Nutzen für die Patienten gehabt. Ein weiteres Drittel (41 Präparate) hat demnach überhaupt keinen Vorteil gegenüber bekannten Therapien gebracht, der Rest nur für einen Teil der Patienten.

          Preisverhandlungen und Nutzenbewertung sind Ergebnis einer Arzneimittelmarktreform aus dem Jahr 2011. Sie sollte helfen, die Ausgaben für Medikamente zu begrenzen. In den fünf Jahren konnten laut der Studie insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro gespart werden. Ursprünglich sollten jedes Jahr zwei Milliarden Euro zusammenkommen.

          Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zog eine positive Bilanz. „Die Nutzenbewertung von Arzneimitteln und die anschließenden Preisverhandlungen führen zu Kosteneinsparungen im Sinne der Versicherten“, sagte. Dazu solle auch die geplante Umsatzschwelle beitragen, nach deren Überschreitung künftig ein geringerer Erstattungsbetrag für Medikamente gelten solle.

          „Die Nutzenbewertung und die Preisverhandlungen bieten eine Möglichkeit, die Qualität der Arzneimittelversorgung zu steigern“, sagte auch der Vizechef des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen, Johann-Magnus von Stackelberg. Nun sei es an der Zeit für eine Weiterentwicklung. Er regte an, Ärzte über regelmäßige Updates ihrer Kliniksoftware schnell über den Nutzen neuer Medikamente zu informieren.

          Quelle: ala./KNA/EPD

          Weitere Themen

          Der goldene Schnitt

          Adipositaschirurgie : Der goldene Schnitt

          Fettleibigen durch eine OP beim Abnehmen zu helfen, zahlt sich aus: Fast alle Organe erholen sich. Trotzdem macht es ihnen die Bürokratie hierzulande schwer.

          Sprechübungen zwischen Moskau und Rio

          Stotter-Therapien online : Sprechübungen zwischen Moskau und Rio

          Geschätzt gibt es in Deutschland mehr als 800.000 Menschen, die stottern. Viele von ihnen ziehen sich zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Therapie-Methoden, bei denen man zu Hause online das Sprechen üben kann, können helfen.

          Stühlerücken im Bundestag Video-Seite öffnen

          Neues Parlament : Stühlerücken im Bundestag

          Die Vorbereitungen für die konstituierende Sitzung des neugewählten Parlaments am 24. Oktober laufen auf Hochtouren. Die Sitzung muss laut Grundgesetz spätestens am 30. Tag nach der Wahl über die Bühne geben. Dabei müssen die Arbeiter einige zusätzliche Stühle im Saal anschrauben. Dem neuen Bundestag werden genau 709 Abgeordnete angehören, das ist der größte Bundestag in de Geschichte der Bundesrepublik.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.