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„Jeder Tag kostet 5 Millionen Dollar“ Deutsche Post: Es gibt keine Alternative zum Jobabbau in Amerika

11.08.2008 ·  Die Deutsche Post will ihr Expressgeschäfts in den Vereinigten Staaten sanieren. Der drohende Arbeitsplatzabbau im Bundesstatt Ohio hat das Unternehmen in den amerikanischen Wahlkampf hineingezogen. Doch die Post will dem Druck standhalten.

Von Helmut Bünder
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Die Deutsche Post hält trotz heftiger Kritik amerikanischer Politiker an ihren Plänen für die Sanierung des Expressgeschäfts in den Vereinigten Staaten fest. Tausende von Arbeitsplätzen könnten dadurch verlorengehen, die meisten bei der Fluggesellschaft ABX, die bisher für DHL Express die Luftfracht erledigt.

Post-Chef Frank Appel warnte davor, den Rettungsplan zu blockieren, weil dies noch mehr Stellen kosten könne. "Es gibt keine echte Alternative. Sonst würden wir unser gesamtes Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten gefährden, und am Ende des Tages wären noch wesentlich mehr Arbeitsplätze bedroht", sagte er der F.A.Z.

DHL will im Lufttransport künftig mit dem amerikanischen Konkurrenten United Parcel Service (UPS) zusammenarbeiten und einen Standort in Wilmington im Bundesstaat Ohio schließen. Durch den Vertrag mit UPS sollen die in diesem Jahr auf rund 1,3 Milliarden Dollar veranschlagten Verluste bis 2011 auf rund 300 Millionen Dollar im Jahr verringert werden.

Video: Neuer Post-Chef Appel will schnelle Entscheidung über Postbank

Obama und McCain machen Druck

Der drohende Arbeitsplatzabbau im strukturschwachen und von beiden Präsidentschaftskandidaten intensiv umworbenen Ohio hat die Post in den amerikanischen Wahlkampf hineingezogen. Sowohl der demokratische Bewerber Barack Obama als auch sein republikanischer Konkurrent John McCain haben wettbewerbsrechtliche Zweifel an einer Zusammenarbeit von DHL und UPS angemeldet und eine genaue Prüfung verlangt. Doch Appel steht unter Zeitdruck. DHL Express verliere in den Vereinigten Staaten jeden Tag rund 5 Millionen Dollar, sagte er.

„Jede Verzögerung des Sanierungsplans hätte deshalb weitreichende Folgen und könnte schlimmstenfalls zu noch dramatischeren Einschnitten führen. Das sollten Politiker bedenken, wenn sie jetzt Termine für Anhörungen ansetzen oder eine möglicherweise langwierige kartellrechtliche Überprüfung verlangen", mahnte der Postchef. In der Sache hält Appel die Wettbewerbsbedenken für nicht gerechtfertigt. Auch wenn UPS eine Dienstleistung für DHL übernehme, stünden beide Unternehmen weiterhin in einem scharfen Wettbewerb. Außerdem dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Denn eine ähnliche Kooperation der amerikanischen Post mit dem Expressdienst Fedex hätten die Kartellbehörden durchgewinkt, obwohl das Volumen viel größer sei als zwischen DHL und UPS.

Post kündigt Hilfsprogramm an

Um die Wogen zu glätten, kündige er ein Hilfsprogramm an, das die Folgen für die Beschäftigten und die strukturschwache Region abmildern soll. Einzelheiten würden zur Zeit zwischen DHL-Vertretern, amerikanischen Stellen und den betroffenen Arbeitnehmern besprochen. Appel selbst will zunächst nicht in die Vereinigten Staaten reisen, wie es ihm McCain nahegelegt hat. Die Angelegenheit sei in guten Händen. Außerdem habe er schon zweimal mit dem Vizegouverneur von Ohio, Lee Fisher, gesprochen und die Pläne erläutert.

Angaben zum Umfang finanzieller Hilfen machte Appel nicht. "Es geht in erster Linie um die Frage, wie wir den Leuten helfen können, neue Jobs zu finden", sagte Appel. Denkbar sei auch, dass DHL einen Teil des Personals übernehme. Damit allerdings werde sich nur ein kleiner Teil der Arbeitsplatzverluste auffangen lassen. Appel wies darauf hin, dass DHL in Amerika schon rund 44 000 Menschen beschäftige, davon mehr als die Hälfte im stark wachsenden Logistikgeschäft. Weitere 22 000 Arbeitsplätze bei amerikanischen Unternehmen hängen nach Angaben der Post direkt von den DHL-Aufträgen ab, darunter die 8000 Stellen bei ABX, die jetzt dem Sparprogramm zum Opfer fallen könnten.

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Jahrgang 1957, Wirtschaftskorrespondent in Bonn.

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