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Jahresrückblick 2012 Was aus Schlecker wurde

 ·  Es ist die wohl größte Pleite des Jahres: Im Januar meldet die Drogeriemarktkette Schlecker Insolvenz an. Rettungsversuche scheitern, Schlecker-Frauen werden arbeitslos, der Ausverkauf beginnt. Aber es gibt auch Gewinner.

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„Ich glaube, Sie haben das nicht verstanden. Es ist nichts mehr da“. Mit diesem Satz besiegelt die Drogerieketten-Erbin Meike Schlecker die wohl größte Firmen-Pleite des Jahres. Im Januar meldet der schwäbische Unternehmer Anton Schlecker Insolvenz an, nachdem die Finanzierung von Lieferungen geplatzt ist. Wenig später folgt die Pleite der Töchter Ihr Platz und Schlecker XL.

Aus dem Nichts hatte der gelernte Metzgermeister in den siebziger Jahren sein Imperium aufgebaut und damit Milliarden verdient. Mehr als 8000 Geschäfte im Bundesgebiet und über 30.000 Mitarbeiter zählte Schlecker zu seinen besten Zeiten. Doch die Probleme beginnen schon Jahre vor der Insolvenz. Das Unternehmen expandiert zu schnell, außerdem bringen Berichte über Leiharbeitsverhältnisse, schlechte Bezahlung und Videoüberwachung der Angestellten die Firma ins Gerede. Der Generationenwechsel erfolgt erst im Jahr 2011 – deutlich zu spät, um das Unternehmen neu zu positionieren. Als eingetragener Kaufmann haftet Anton Schlecker mit seinem ganzen Vermögen. Das Ersparte der Familie – alles futsch, behauptet zumindest Meike Schlecker.

Ganz so übel, wie die Erbin eine Woche nach der Insolvenz auf der Pressekonferenz angibt, sieht es aber doch nicht aus für die Schleckers - zumindest bleibt wohl noch ein kleiner Rest: Von einst geschätzten 1,65 Milliarden Euro ist das private Vermögen der Familie laut ehemaligen Schlecker-Managern auf 35 bis 40 Millionen Euro geschmolzen. Das Geld befinde sich überwiegend im Besitz der Kinder Meike und Lars. Sein eigenes Vermögen steckte Anton Schlecker in seine vielen Sportwagen und in die Firma. Was übrig geblieben ist, gehört jetzt zur Insolvenzmasse.

Sparmaßnahmen, Transfergesellschaft, fehlende Investoren

Ärmer dran sind allerdings die vorwiegend weiblichen Mitarbeiter, insgesamt 25.000 „Schlecker-Frauen“ werden entlassen. Dabei ist Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der die Geschäfte nach dem Konkurs übernimmt, zunächst wild entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Im Februar versucht er, die Läden durch harte Sparmaßnahmen noch zu retten. Eetwa 12.000 Mitarbeiterinnen bekommen schon dann die Kündigung ins Haus, 2400 Läden werden geschlossen.

Im März bringt das Land Baden-Württemberg den Plan auf, eine mögliche Landesbürgschaft über 70 Millionen Euro bereitzustellen und die Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft weiter zu beschäftigen. Das Bundeswirtschaftsministerium will aber nicht, dass sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an der Bürgschaft beteiligt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hält wenig von der Idee, eine Auffanggesellschaft zu gründen. Versuche, eine Bürgschaft mit Hilfe der von der Insolvenz betroffenen Bundesländer zu bekommen, scheitern. Die FDP in der bayerischen Landesregierung stellt sich quer. Weitere 10.000 Frauen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Im April klopfen Investoren an Schleckers Türen, ein halbes Dutzend sollen es laut Insolvenzverwalter Geiwitz sein, darunter die Beratungsgesellschaft Droege und die Finanzgruppe Penta . Auch Investor Nicolas Berggruen, Käufer des insolventen Kaufhauses Karstadt, tritt zwischenzeitlich auf den Plan. Doch einer nach dem anderen springt ab, Insolvenzverwalter Geiwitz setzt ein Ultimatum: Bis zum 1. Juni gibt er den potentiellen Investoren Zeit, ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Doch die Angebote entsprechen nicht den Vorstellungen der Gläubiger. Ende Juni steht fest: Die Drogeriekette Schlecker hat keine Zukunft. Auch die letzten Läden machen zu.

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