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Jahresergebnisse 2006 Gute Geschäftszahlen im Viererpack

22.02.2007 ·  Egal ob Versicherer, Chemiekonzern, Reifenhersteller oder Dialysespezialist: An diesem Donnerstag lieferten gleich vier Dax-30-Firmen positive Zahlen. Allianz, BASF, Continental und Fresenius Medical Care können sich mit ihren Ergebnissen sehen lassen.

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Gleich vier Dax-30-Unternehmen berichteten an diesem Donnerstag über ihre Quartalszahlen - und alle hatten gute Nachrichten zu vermelden: Rekordgewinne bei der Allianz und bei Continental, mehr als 50 Milliarden Euro Umsatz beim Chemieriesen BASF und die zehnte Dividendenerhöhung in Folge bei Fresenius Medical Care.

Egal ob Versicherer, Chemiekonzern, Reifenhersteller oder Dialysespezialist: Parallel zu guten gesamtwirtschaftlichen Daten, liefern nun gleich mehrere Aktiengesellschaften positive Zahlen und untermauern damit den Eindruck, dass die deutsche Wirtschaft wieder zu neuer Stärke gefunden hat.

Allianz: Zuwächse in allen operativen Sparten

Die Allianz hat dank Zuwächsen in allen operativen Konzernsparten im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Den Aktionären will die Münchner Finanzgruppe daher eine nahezu verdoppelte Dividende von 3,80 Euro je Anteilsschein zahlen. Der Überschuss sei 2006 um rund 60 Prozent auf gut sieben Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 6,85 Milliarden Euro gerechnet.

Im operativen Geschäft kletterte das Ergebnis um fast ein Drittel auf 10,4 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stagnierte allerdings bei 101 Milliarden Euro. Die Allianz profitierte von glänzenden Rahmenbedingungen für ihr Geschäft. Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen blieben nahezu aus. Und an den Börsen, an denen Versicherer einen Großteil ihre Gelder anlegen, ging es nur bergauf.

Für die kommenden Jahre versprach der Vorstand weitere Ergebniszuwächse. Von 2007 bis 2009 soll der Betriebsgewinn im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr zulegen. Operativ verzeichnete die Allianz im vergangenen Jahr in allen Sparten deutliche Zuwächse. Im wichtigsten Segment, der Schaden/ Unfallversicherung, erhöhte sich das Betriebsergebnis um 22 Prozent auf 6,26 Milliarden Euro. Das Bankgeschäft, das vor allem die Tochter Dresdner Bank umfasst, verdoppelte sein operatives Ergebnis.

Kosten für den Arbeitsplatzabbau drücken auf Gewinn

Die Kosten für den Abbau von knapp 2500 Arbeitsplätzen haben den Gewinn der Dresdner Bank allerdings erheblich gedrückt und im Schlussquartal sogar für tiefrote Zahlen gesorgt. Unter dem Strich stand für 2006 bei der Dresdner aber ein Nettogewinn von 895 Millionen Euro zu Buche nach einer Milliarde im Jahr zuvor.

Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen positiv überrascht vom Geschäftsverlauf im Gesamtkonzern: Der Ausblick sei unerwartet stark ausgefallen, sagte Lucio di Geronimo von der Großbank HVB. Auch die Dividende werde sehr kräftig erhöht - trotz der geplanten Komplettübernahme der französischen Tochter AGF und weiterer Akquisitionen. „Das ist ein sehr, sehr starkes Signal“, sagte der Analyst.

BASF: Die Einkaufstour zahlte sich aus

Der Chemieriese BASF hat im vergangenen Jahr dank einer Reihe von Großübernahmen erstmals die Umsatzschwelle von 50 Milliarden Euro übertroffen. Beim operativen Ergebnis kamen die Ludwigshafener ebenso auf einen Rekordwert. „Der konjunkturelle Rückenwind hat uns dabei geholfen“, erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Donnerstag in Ludwigshafen. Begünstigt war der Gewinnschub unter anderem von der kräftigen Nachfrage nach Chemikalien und Kunststoffen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen wie Restrukturierungskosten nahm um 18 Prozent auf rund 7,3 Milliarden Euro zu. Allein im vierten Quartal lag der operative Gewinn bei 1,87 Milliarden Euro, ein Plus von 17,3 Prozent. Damit traf die Nummer eins der Branche die Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich blieb im Gesamtjahr ein Überschuss von 3,22 Milliarden Euro - ein Zuwachs von sieben Prozent. Der Konzernumsatz nahm um 23 Prozent auf 52,61 Milliarden Euro zu.

Zuversicht für das laufende Jahr

Auch für das laufende Jahr gab sich die BASF-Führung zuversichtlich. „Zusätzliche Energie schöpfen wir dabei aus unseren neu akquirierten Arbeitsgebieten“, erläuterte Hambrecht vor Beginn der Jahrespressekonferenz. Der Konzernumsatz soll erneut deutlich gesteigert werden. Beim Betriebsergebnis vor Einrechnung der Sondereinflüsse will der Chemiekonzern zumindest den Vorjahreswert erreichen.

Der Branchenprimus war im vergangenen Jahr verstärkt auf Einkaufstour gegangen. So hatte BASF nach monatelangem Tauziehen für rund 3,8 Milliarden Euro den US-Spezialchemiekonzern Engelhard übernommen. Für die Bauchemie-Sparte von Degussa zahlte BASF 2,7 Milliarden Euro, für den amerikanischen Harzspezialisten Johnson Polymer 470 Millionen Dollar. Diese Geschäfte unterliegen weniger den Konjunkturschwankungen als andere Bereiche der Chemie. Vor allem das Geschäft in den Vereinigten Staaten wurde durch die Übernahmen gestärkt. Inzwischen sind die Ludwigshafener dort die Nummer zwei hinter Dow Chemical. Mit der Eingliederung der neuen Arbeitsgebiete komme BASF gut voran, teilte der Konzern mit. BASF erwartet daraus Synergien von rund 290 Millionen Euro pro Jahr, die bis 2010 erreicht werden sollen.

Continental: Fünfter Rekordgewinn in Folge

Auch der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hatte Erfreuliches zu vermelden: Zum fünften Mal in Folge konnte das Unternehmen einen Rekordgewinn erzielen. Für 2006 sollen die Aktionäre eine auf zwei Euro verdoppelte Dividende erhalten, wie Conti am Donnerstag mitteilte. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) steigerte der Konzern auf 1,601 (Vorjahr 1,507) Milliarden Euro. Vor Sondereffekten legte das operative Ergebnis auf 1,682 (1,581) Milliarden Euro zu. Der Umsatz kletterte auf 14,88 (13,8) Milliarden Euro.

Umsatztreiber war erneut die Sparte Automotive Systems (CAS), die elektronische Brems- und Stabilisierungsprogramme (ABS und ESP) herstellt. Die von Motorola übernommene Autoelektronik trug 528,4 Millionen Euro zum Umsatz bei.

Zukäufe weiter auf der Tagesordnung

2007 will Conti den Umsatz allein durch die von Motorola übernommene Autoelektroniksparte deutlich steigern. „Darüberhinaus erwarten wir auch organisches Wachstum von mindestens fünf Prozent“, sagte Conti-Chef Manfred Wennemer am Donnerstag in Frankfurt bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen. Zukäufe stünden weiterhin auf der Tagesordnung. Wennemer bekräftigte das Interesse an der Autoelektroniksparte VDO von Siemens, nannte aber keine Details über den Stand der Gespräche.

Im abgelaufenen Jahr erzielte Conti in der traditionellen Sparte Pkw-Reifen einen Umsatz von 4,69 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 5,6 Prozent. Vor allem in Nordamerika sei es aber nicht gelungen, die um 169 Millionen Euro gestiegenen Rohstoffpreise in ausreichendem Maße auf die Kunden umzulegen, sagte Wennemer.

Fresenius Medical Care: Erwartungen übertroffen

Auch der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn kräftig gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Die guten Zahlen erreichte FMC vor allem dank der Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Renal Care. Der Nettogewinn vor Einmaleffekten sei 2006 um 24 Prozent auf 584 Millionen Dollar geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 565 Millionen Dollar gerechnet.

Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um 38 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Der Umsatz lag bei 8,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 26 Prozent zum Vorjahr. Die Aktionäre sollen an dem Erfolg mit einer um 15 Prozent auf 1,41 Euro je Stammaktie angehobenen Dividende beteiligt werden - die zehnte Erhöhung in Folge. Je Vorzugsaktie will FMC 1,47 Euro ausschütten, das sind 14 Prozent mehr als beim letzten Mal.

„Starke Nachfrage“

„Auf Grund der starken Nachfrage haben wir weltweit ein deutliches Wachstum bei Produkten und Dienstleistungen erzielt“, kommentierte FMC-Vorstandschef Ben Lipps die Geschäftszahlen. Mit Produkten für die Blutwäsche setzte FMC 2,12 Milliarden Dollar um, gut elf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Erlöse mit Dialysedienstleistungen kletterten um 31 Prozent auf 6,37 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Umsatz je Behandlung - eine der wichtigsten Kennziffern der Branche - in den Vereinigten Staaten legte im
Schlussquartal um neun Prozent auf 328 Dollar zu.

Im vergangenen Jahr war FMC mit der Milliardenübernahme von Renal Care auf dem wichtigen amerikanischen Markt, wo das Unternehmen den Löwenanteil seiner Erlöse erwirtschaftet, wieder auf Platz eins vorgerückt. 2007 will der Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Behandlung chronisch Nierenkranker seinen Wachstumskurs fortsetzen. Die Erlöse sollen auf etwa 9,4 Milliarden Dollar steigen, der Jahresüberschuss auf 675 bis 695 Millionen Dollar. Für Investitionen und Übernahmen hat FMC für 2007 etwa 650 Millionen Dollar vorgesehen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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