Der Chef des italienischen Atomkonzerns Ansaldo Nucleare ist auf offener Straße angeschossen worden. Ein Unbekannter habe gezielt auf die Beine des 53-jährigen Atomingenieurs Roberto Adinolfi geschossen, als dieser am Montag vor seinem Domizil im nordwestitalienischen Genua in sein Auto einsteigen wollte, teilte die Polizei mit.
Der Schütze sei anschließend mit Hilfe eines Komplizen auf einem Motorrad entkommen. Adinolfi wurde nach Angaben seines Unternehmens mit Schienbeinbruch im Krankenhaus operiert, sein Zustand sei nicht besorgniserregend.
Italienische Sicherheitsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Ansa, das Vorgehen erinnere an die ersten Anschläge der linksextremistischen Roten Brigaden in den 70er Jahren. Andere Ermittler vermuteten laut den italienischen Medien, die Täter könnten aus der Anarchistenszene stammen, die in Genua besonders stark vertreten ist. Staatsanwalt Michele Di Lecce schloss zunächst nichts aus. Bislang habe sich noch niemand zu der Tat bekannt, sagte er.
Ansaldo Nucleare ist eine Tochter des italienischen Rüstungsunternehmen Finmeccanica. Obwohl Italien selbst auf Atomkraft verzichtet, produziert das Unternehmen Kernreaktoren der dritten Generation. Vor kurzem sicherte sich Ansaldo Nucleare Aufträge in China, Rumänien und der Slowakei.
