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Kolosseum in Rom : „Fast wie in der Antike“

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Das Kolosseum in Rom wird renoviert. Das Projekt ist nicht unumstritten. FAZ.NET zeigt die schönsten Bilder. Bild: dpa

Das Kolosseum in Rom wird einer Verjüngungskur unterzogen. Die erste Stufe ist bereits abgeschlossen, nun erstrahlt das antike Gebäude wieder in Weiß. Die Finanzierung durch einen Schuh-Unternehmer war umstritten.

          Es soll hier nun beinahe wie früher aussehen - als vor 2000 Jahren Gladiatoren gegen Löwen kämpften. Nach fast dreijähriger Restaurierung erstrahlt die Kalksteinfassade des Kolosseums in Rom wieder im Weiß vergangener Tage. Der Smog der Großstadt hatte sie geschwärzt. „Diese Fassade ist jetzt fast genau so wie in der Antike“, sagt die Direktorin des Kolosseums, Rossella Rea.

          Die Arbeiten an den 50 Meter hohen Arkadenreihen haben 6,5 Millionen Euro gekostet. Nun wurden sie offiziell beendet, und die nächste Phase der insgesamt 25 Millionen Euro teuren Restaurierung steht an. Untergrundpassagen und Wandelgänge im Inneren des Amphitheaters sollen erneuert werden und ein neues Ticketbüro sowie ein Buchladen entstehen.

          Das Geld für die Sanierung kommt vom Schuh-Unternehmer Diego Della Valle, Inhaber des Luxuskonzerns Tod’s. Es ist nicht das einzige Beispiel privater Finanzierung öffentlicher Kunst in Italien: Im vergangenen Jahr wurde etwa der Trevi-Brunnen mit 2,2 Millionen Euro vom Modehaus Fendi restauriert. Beim Kolosseum handelt es sich allerdings nicht wie in anderen Fällen um Kulturmäzenatentum, sondern um Sponsoring.

          Oben alt, unten neu: Nach der Restaurierung gewinnt das Kolosseum seine ursprüngliche weiße Farbgebung zurück. Bilderstrecke

          Ursprünglich vereinbarte Della Valle mit dem damaligen Bürgermeister, dass Tod’s 15 Jahre lang mit dem Firmenlogo an der beliebten Touristenattraktion werben darf. Beschwerden von Verbraucherschützern, Streitereien um die Auftragsvergabe und Gerichtsverfahren folgten. Der Beginn der Arbeiten verzögerte sich immer mehr. Della Valle drohte mit einem Ausstieg aus dem Projekt.

          In einem ziemlich guten Zustand

          Laut dem Kunsthistoriker Tomaso Montanari hat der „Schuh-König“ schließlich auf einige Vermarktungsrechte verzichtet. Rea bestätigt das indirekt, nennt Della Valle „wirklich aufgeklärt“ und „sehr diskret“. Solange alle Unternehmer so seien wie er, würde sie gerne mehr Sponsoring-Vereinbarungen sehen, erzählt sie. Das zwischen 70 und 80 nach Christus erbaute Kolosseum wurde in der Antike von römischen Kaisern als Austragungsort öffentlicher Hinrichtungen und blutiger Sportereignisse genutzt. Gladiatorenkämpfe fanden hier vor bis zu 50.000 Zuschauern statt. Nach dem Niedergang des Römischen Reiches wurde das Amphitheater nicht mehr gebraucht und im sechsten Jahrhundert nach einem verheerenden Erdbeben teilweise abgerissen. Deswegen sieht es heute unvollständig aus.

          Im Laufe der Zeit sind dem Amphitheater zudem Verzierungen wie dekorative Statuen und Metallschilder abhanden gekommen. Eine unauslöschliche Patina bedeckt an ihrer Stelle die Steine. Aber sonst sei das Kolosseum in einem ziemlich gutem Zustand, sagt Rea. Die Arbeiten hätten sogar neue Details des Monuments zu Tage gebracht, etwa Zahlen an den nummerierten Tribünen und Spuren von Reparaturen im dritten Jahrhundert nach einem großen Feuer.

          Auch die Gegend um das Kolosseum könnte einen Facelift gebrauchen. Bisherige Versuche haben gemischte Ergebnisse gebracht. Die Straße der Kaiserforen wurde für Privatautos gesperrt und hässliche Imbissbuden sowie Touristennepper in Gladiatoren-Kostümen vertrieben. Auch weil in der Gegend gebaut wird, sieht es hier aber immer noch etwas schmuddelig aus.

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