23.09.2012 · Das iPhone macht die Menschheit reich, behaupten freche Ökonomen. Nehmen sie den Mund zu voll? Oder kann das Smartphone wirklich die Wirtschaft des ganze Landes um einen halben Prozentpunkt anheben?
Von Hendrik Ankenbrand, Jonas JansenRichtlinien für Lesermeinungen
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Was soll daran so toll sein?
Es handelt sich um keine große Innovation.
Man hätte genausogut die Leiterkarten des iPhone 4 austauschen können
Was von Menschen zu halten ist, die wegen eines iPhone tagelang vor
Geschäften campieren, dazu will ich mich besser nicht
äußern. Aber wem die Verkäufe nützen und wem nicht,
daß ist doch nun wirklich keine ernstgemeinte Frage, oder?
iPhone als Retter der Weltwirtschaft. Wenn es so einfach wäre.
Wachstum durch Statussymbole..
..hat es schon immer gegeben und glauben Sie mir, das iPhone ist das aktuelle Statussymbol schlechthin. Nicht nur hierzulande, wo man es getrost jedem selbst überlassen kann, nein auch in Gegenden der Erde, die weder über ein UMTS-Netz verfügen noch auf den Maps eines Routenplaners verzeichnet sind, betteln die Teenies ihre Sugar Daddies um ein iPhone an.
Besser Wachstum durch iPhone als durch..
Immobilienblasen und Rüstung. Oder gibt es schon das iPhone-Dock für den M1 Abrams.
Das beste Apple-Produkt ist die Apple-Aktie
Ich besitze kein iPhone und werde mir auch keins kaufen, aber ich ärgere mich darüber, dass ich nicht rechtzeitig Apple-Aktien gekauft habe. Selbst wenn die noch weiter steigen sollten, die Steigerungsraten der Vergangenheit, die nicht mehr in Prozent, sondern nur noch in Faktoren gemessen werden konnten, wird es zukünftig nicht mehr geben.
Wie die Begriffe durcheinander gehen!
Will man analysieren, wie sich das iPhone5 auf die US-Wirtschaft
auswirkt, kann man das etwa machen indem man das iPhone5 als
Exportprodukt betrachtet, daß Gelder internationaler Kunden nach
Amerika bringt.
Oder man kann fragen, wieviel zusätzliche Binnennachfrage wohl
erzeugt wird. Wobei ich das - wie der Kritiker im Text - für eine
unzulässige Zahlenspielerei halte.
Vollkommen durcheinander geht es aber, wenn die Wohlstandsentwicklung
der Welt betrachtet wird: Das iPhone in all seinen Varianten macht
gerade mal etwa 25% des Smartphone-Marktes aus und wird vor allem von
Leuten genutzt, die sowieso viel Geld haben und sowieso vollkommen
"computerisiert" sind. Will man das Phänomen Smartphone
würdigen, sollte man sich anschauen, wie günstige
Android-Telefone in Schwellenländern den Menschen
Möglichkeiten an die Hand geben, die sie sonst nicht ansatzweise hätten.
Aber wie das halt bei den FAZ-Redakteuren so ist: "All hail to our
shiny iPhones!" ;-)
Hendrik Ankenbrand Jahrgang 1978, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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