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Interview mit Post-Vorstand Rosen „Wir prüfen eine Portoerhöhung“

 ·  Das Verschicken von Briefen könnte in Deutschland bald teurer werden. Im F.A.Z.-Interview spricht Post-Finanzvorstand Larry Rosen über mögliche Portoerhöhungen, die rückläufige Zahl von Briefen - und die Folgen der Eurokrise für die Post.

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Thomas Maus

Briefe nach Berlin

Zum Thema Dienstleistungsmentalität in ehemaligen Staatsunternehmen eine anekdotische Beobachtung:
Letze Woche in einer Postfiliale in München-Neuhausen: Eine ältere Dame reiht sich in die Warteschlange ein und wartet geduldig, ihr Anliegen vorzubringen: Wie denn bitte die Postleitzahl von Berlin sei. Die Reaktion des Sachbearbeiters war lediglich: Da gibts Hunderte.
Und das wars, keine Frage zum Empfänger, zum Stadtteil, nicht mal ein Postleitzahlenbuch wurde ihr in die Hand gedrückt; dass sie kehrtmachte und die Filiale unverrichteter Dinge verließ, schien selbstverständlich.

Draußen vor der Tür habe ich die Dame nach der Adresse gefragt und die Postleitzahl am Mobiltelefon herausgesucht. Die gesuchte Ziffernfolge war schnell gefunden.

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Claus Trophob

Wie war es doch schön, als es die Deutsche Bundes Post noch gab

und sich die, die sich heute über die Deutsche Post beschweren über sie beschwerten, weil der Schalterbeamte gelegentlich auch für eine Postsparbuchberatung Zeit brauchte oder der Nachbarschalter nicht besetzt war. Dann kam die von der EU angeordnete Privatisierung der staatlichen Firmen und alle dachten: Jetzt wird den faulen Beamten endlich Feuer unter dem Hintern gemacht; und glaubten, daß die vorhandenen 6 Schalter nun ständig geöffnet seien. Doch, oh Wunder, plötzlich gab es nur noch zwei Schalter, alles dauerte viel länger, weil die auch Pakete annahmen, die Landpoststellen verschwanden u. wurden durch Agenturen im Verbrauchermarkt ersetzt, bis deren Betreiber merkten, daß dies für sie ein Zusatzgeschäft ist u. diesen Service aufgab. Das trifft für jede rückläufige Dienstleistung zu und ist der Preis der Privatisierung. Heute heißt es: Wie war es doch schön, als es die Deutsche Bundes Post noch gab.

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Gerhard Storm

Platzhirsch Post kann sich Portoerhöhung leisten,

aber nicht, weil die Post gut leistet, sondern weil über hohe Post-MIndestlöhne die in den Startlöchern befindlichen Konkurrenten ausgeschaltet wurden.

Mit rd. 60 % Marktanteil ist weiter ein Quasi-Monopol am Werk ist, eine zahme staatl. Regulierungsbhörde wacht über die Post, der Staat hält immer noch rd 30 % der Postaktien.

Von der seinerzeit angestrebten Senkung wird jetzt wieder einmal eine Steigerung des Briefportos.

Dass der Umsatz im Briefgeschäft rückläufig ist, ist kein Wunder. Immerhin hat es die Post verstanden, Poststellen zu schließen u. zahlreiche Briefkästen zu entfernen.

Deshalb muß heute lange nach einem Briefkasten gesucht werden. Der nächste Briefkasten ist meist so weit entfernt, dass viel teurer als das Porto der Aufwand ist, den Brief zum nächsten Postkasten zu bringen. Arme ältere Menschen, die einen Brief aufgeben müssen.

Keine Partei hilft den Bürgern, diesen Mißstand abzuschaffen. So bleibt es bei dem kundenunfreundlichen Postmißmanagement (s.o.).

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 01.07.2012 07:49 Uhr

Wenn die Deutsche Post

weiterhin Gewinne macht, warum wird dann über die Erhöhung des Briefportos nachgedacht? Bekommen da wieder ganz wenige (Shareholder) auf Kosten der Allgemeinheit den Hals nicht voll???

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Horst Günther

Also reine Gewinnmaximierung ohne Notwendigkeit

Zitat: 'Wir werden im Herbst prüfen, ob die Rahmenbedingungen es ermöglichen, unsere Preise für das nächste Jahr zu erhöhen.'
D.h., mal sehen, ob's durchzudrücken ist, dem Kunden mehr abzuknöpfen. Man hat zwar nicht die Not, das operative Ergebnis steigt, die Leistungen werden abgebaut (stimme da den Vokommentatoren völlig zu), aber man ist ja Kaufmann, man will ja für möglichst wenig Einsatz möglichst viel erlösen.
Gewinnmaximierung halt.
Alles nur noch kaufmännische Größen heutzutage.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 30.06.2012 22:21 Uhr

Mehr Konkurrenz? @Harald Steinmetz

Sie können eventuell wählen, bei wem Sie einen Brief abgeben. Als Empfnger können Sie nicht reagieren, wenn Ihnen die Post AG nicht gefällt. Vor kurzem fand ich auf dem Boden des Hausflures einen von der Post frankierten Brief an einen Adressaten, der nicht im Haus wohnte. Ich brachte den Brief zur nächsten Postfiliale und sie weigerten sich, ihn zu nehmen, weil sie keine Post, sondern Postbank sind: ich warf den Brief über den Schalter auf den Boden. Beschwerden helfen nicht, ich tat es mittlerweile mehrmals. Das beste, was gemacht werden kann, ist die Post wieder zu verstaatlichen.

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 30.06.2012 21:28 Uhr

Geheimnis

Gerne wird verschwiegen, daß augenscheinliche Filialen der Post solche der Postbank sind und die Post nur Untermieter ist. Auch wenn draußen groß "Post" steht. Dementsprechend ist der Service und das Angebot.
Wer fatalerweise nur 10 Briefmarken benötigt darf warten, bis die Erklärung von Zahlungsvorgängen an ausländische Mitbürger mit kleinen oder keinen Sprachkenntnissen beendet ist. Das kann schon mal 15 Minuten dauern.

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Dr. Michael Menzel

Ja, ja, die Kunden prüfen auch täglich

wo der letzte Briefkasten und die letzte Pommes-Bude, die sich Filiale schimpft, gerade verschwunden ist. Man muß nämlich unbedingt das letzte erhaltene, ehemalige "Postamt" unbedingt schützen, indem man es als Weltkulturerbe anmeldet.
Den letzten Briefkasten kann man dann zumindest noch im Technischen Museum München als Relikt einer Zeit, in der es noch Dienstleistungen gab, besichtigen.
Was bildet sich dieser pseudoprivatisierte Fiskusableger eigentlich ein? Die erbrachten Leistungen verhalten sich streng umgekehrt proportional zu den Kosten, - ganz besonders in der ach so lukrativen Paketsparte. Abzocke bis zu Gehtnichtmehr. Vor ein paar Jahren konnte man für die heutigen Kosten eines Paketes von Köln nach Aachen 30 Kilo auf die Osterinseln schicken.

Die Postmitarbeiter werden übelst behandelt und immer mehr ausgedünnt auf Kosten von ein paar treuen ehemaligen pflichbewußten Beamten, die sich die Zunge aus dem Hals hecheln.
Was ist das alles schlimm!!

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Harald Steinmetz

Kein Service aber abkassieren

Bevor Herr Rosen über Portoerhöhungen nachdenkt sollte er sich eher die Frage stellen wofür er dies will. Um eine Briefmarke zu kaufen muß ich mehrere Kilometer fahren weil keine Agentur mehr in der Nähe ist. Die Post wird unregelmäßig zugestellt. Briefmarken auf Vorrat kaufe ich aus Prinzip nicht. Es ist ein zinloses Darlehen für noch nicht erbrachte Leistung. Ich wünsche mir inständig das die Post endlich ihr Monopol verliert und eine Wahlmöglichkeit wie beim Paketdienst möglich ist. Dieser Laden sollte endlich Konkurenz erhalten. Aber das wäre Herrn Schäuble sicherlich nicht recht. Er kassiert ja sogar, das muß man sich einmal vorstellen, (weltweit einmalig !) eine Steuer auf Sekt. Dies wurde von Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung der Kriegsmarine eingeführt. Und auf die Sektsteuer wird dann auch noch Mehrwertsteuer erhoben. Aber zur Post: Höher Preise sollten auch immer bessere Leistungen beeinhalten. Das Gegenteil ist aber der Fall. Ich bin empört.

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