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Internet Japaner kaufen „Frankreichs Ebay“

17.06.2010 ·  Vor zehn Jahren riefen vier Franzosen die Internetseite PriceMinister.com ins Leben - eine französische Variante des Internetmarktplatzes Ebay. Jetzt übernimmt eine japanische Firma gleich das ganze Unternehmen.

Von Christian Schubert, Paris
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Es war eine jener Gründergeschichten, von denen es in Frankreich nicht viele gibt: Vor zehn Jahren rief der damals 23 Jahre alte Pierre Kosciusko-Morizet mit vier Freunden die Internetseite PriceMinister.com ins Leben – eine französische Variante des Internetmarktplatzes Ebay, die dem amerikanischen Konkurrenten einiges Kopfzerbrechen bereitete. Doch mit dem schnellen Wachstum, das sich auch im Zukauf eines Immobilien- und eines Reiseportals niederschlug, hielt die Kapitalbasis nicht mit.

Im April 2008 musste der geplante Börsengang wegen der schwachen Aktienmärkte abgebrochen werden – ausgerechnet in jenem Jahr, in dem bei einem Umsatz von knapp 39 Millionen Euro ein Verlust von 9,4 Millionen Euro anfiel. 2009 erzielte PriceMinister.com bei nur etwas mehr Umsatz ein knapp ausgeglichenes Ergebnis. Nun wurde ein Kapitalgeber gefunden, der gleich das ganze Unternehmen übernimmt.

Die japanische Firma Rakuten kauft für 200 Millionen Euro die PriceMinister-Gruppe mit ihren etwa 200 Mitarbeitern. Rakuten ist nach eigenen Angaben der japanische Marktführer im Internethandel mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar und 64 Millionen registrierten Kunden. Im vergangenen Monat kaufte Rakuten schon den amerikanischen Anbieter buy.com für 250 Millionen Dollar und gründete in China ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Suchmaschine Baidu. „Wir haben sofort die unglaublichen Chancen gesehen, die diese Transaktion durch ihre Synergien zwischen den beiden Unternehmen bietet“, teilte Kosciusko-Morizet mit. Jetzt könne PriceMinister seine Entwicklung in Frankreich und Europa fortsetzen. Das Unternehmen verfügt auch über Internetauftritte in Großbritannien und Spanien. Wenn die Expansion auf den Britischen Inseln gelingt, soll auch der Sprung nach Deutschland gewagt werden.

Kosciusko-Morizet und seine drei verbliebenen Gründerpartner wollen nach der Übernahme mindestens fünf Jahre im Unternehmen weiterarbeiten. Ihnen gehören heute noch etwa 40 Prozent des Kapitals, davon Kosciusko-Morizet rund die Hälfte.

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