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Internationale Wirtschaftspresse Bloomberg kauft „Businessweek“

14.10.2009 ·  Der Finanzdaten-Konzern Bloomberg steigt in den Markt der Wirtschaftspresse ein. Er kauft das Wirtschaftsmagazin „Business Week“. Die Traditionszeitschrift gibt es zum Schnäppchenpreis. Denn das Magazin hat zuletzt großen Verlust gemacht.

Von Ulrich Friese
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Der Finanzdaten-Konzern Bloomberg erwirbt das verlustreiche Wirtschaftsmagazin „Business Week“ und wird es ab 2010 in Eigenregie herausgeben. Über den Kaufpreis schweigen sich das von New York aus geführte Privatunternehmen ebenso wie der bisherige Eigentümer McGraw-Hill aus. Doch Fachleute taxieren den Betrag auf rund vier Millionen Dollar.

Das amerikanische Verlagshaus McGraw-Hill hatte für den 1929 gegründeten Wirtschaftstitel, der 4,7 Millionen Leser in 140 Ländern erreicht, im Juli eine Auktion gestartet. Grund für den Ausstieg war der Verfall des Anzeigengeschäftes, das trotz einer stabilen Auflage von rund 920.000 weltweit verkauften Exemplaren zu einem Betriebsverlust der Verlagsgesellschaft von „Business Week“ von 43 Millionen Dollar im vergangenen Geschäftsjahr führte. Zu diesem Zeitpunkt erreichten auch die Schulden des Unternehmens mit etwa 32 Millionen Dollar ihren vorläufigen Höchststand.

Verlust an Originalität und Analysekraft

Obwohl der amerikanische Wochentitel noch heute über eine große Bekanntheit in den Chefetagen internationaler Unternehmen verfügt, verloren die redaktionellen Inhalte in den vergangenen Jahren zunehmend an Originalität, Schärfe und Analysekraft – Defizite, die zunehmend für einen Verlust an Glaubwürdigkeit bei den Meinungsführern in der Industrie sowie bei namhaften Anzeigenkunden sorgten. Nicht von ungefähr waren die Folgen der Finanzkrise im Werbegeschäft des angeschlagenen Wirtschaftstitels deutlich ablesbar. Im Gegensatz zu den amerikanischen Wettbewerbern wie „Forbes“ und „Fortune“ sowie der britischen Wochenzeitschrift „Economist“ fiel der Anzeigenschwund bei „Business Week“ mit einem Minus von 46,2 Prozent im ersten Halbjahr 2009 hoch aus.

Mit dem Start der Auktion witterten daher Bloomberg sowie fünf weitere Interessenten die Gunst der Stunde, um einen Markenartikel zum „Schnäppchenpreis“ zu erwerben. Der einst von Michael Bloomberg gegründete Medienkonzern erhielt den Vorzug gegenüber branchenfremden Investoren wie Opengate Capital oder Warburg Pincus, weil er ein schlüssiges Redaktionskonzept für „Business Week“ präsentierte, das auf den Stärken eines Finanzdaten-Konzerns basiert sowie von dessen weltweiter Präsenz profitiert, heißt es bei McGraw-Hill.

Der Zukauf passt zur Strategie von Bloomberg, seine Geschäftsbereiche Technologie und Nachrichten verstärkt auszubauen. Während der Verkauf von Daten-Terminals für Banken oder Aktienhändler traditionell rund 85 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert, entfällt der Rest auf die beiden Sparten. Binnen 10 Jahren, lautet das interne Ziel von Bloomberg, soll sich dieser Anteil auf rund 30 Prozent verdoppeln. Für die rasche Integration des Wirtschaftstitels sorgt bei Bloomberg Norman Pearlstine, der zuvor beim „Wall Street Journal“ und dem Magazin „Time“ als Redakteur tätig war.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft.

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