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Insolvenzverschleppung : Anklage gegen frühere Teldafax-Manager erhoben

  • Aktualisiert am

Mit Billigtarifen lockte Teldafax einst Kunden Bild: dapd

Seit Jahren steckte Teldafax in finanziellen Schwierigkeiten, doch erst 2011 meldete der Energieversorger Insolvenz an. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei frühere Manager erhoben.

          Die Staatsanwaltschaft Bonn hat gegen drei verantwortliche Manager des ehemaligen Billigstromanbieters Teldafax Anklage erhoben. Den beiden Ex-Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch sowie Firmengründer Michael Josten wird Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßiger Betrug in 241 Fällen vorgeworfen, teilte die Behörde am Freitag mit.

          Die Teldafax Holding war nach den Erkenntnissen der Ermittler spätestens Mitte 2009 zahlungsunfähig und überschuldet. Der Energiediscounter hatte aber erst im Juni 2011 Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Im September des gleichen Jahres wurde vom Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren eröffnet, das mit rund 700.000 Gläubigern bundesweit das bislang größte dieser Art ist.

          Noch im Mai 2011 hatte Teldafax Optimismus verbreitet: Vorstandschef Koch äußerte die Hoffnung, dass das Unternehmen in der Lage sei, die Wende zu schaffen und zu einem „normalen Geschäftsalltag“ zurückzukehren.

          Verluste durch Billigtarife

          Die Staatsanwaltschaft hatte bereits damals den Verdacht, dass die Insolvenzreife schon lange vor dem 14. Juni 2011 erreicht war. Als im Jahr 2008 die Strompreiserhöhungen einsetzten, waren die von Teldafax angebotenen Tarife nicht mehr kostendeckend. Hohe Verluste seien die Folge gewesen, die auch in den Folgejahren nicht mehr hätten ausgeglichen werden können.

          Teldafax hatte sich binnen weniger Jahre mit sehr niedrigen Preisen einen riesigen Kundenstamm aufgebaut und seinen Umsatz in die Höhe getrieben. Die Kosten des Energieeinkaufs und des laufenden Betriebs konnten mit den Billigtarifen jedoch nicht abgedeckt werden. Rechnungen wurden nur noch mit Verspätung oder gar nicht mehr bezahlt.

          Quelle: DPA / FAZ.NET

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