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Insolvenzen im Jahr 2011 : Es traf Verlage, Reeder und Zulieferer

Einer der bekanntesten Insolvenzfälle im Jahr 2011 war die Bremer Reederei Beluga. Bild: DAPD

Die krisenbedingte Insolvenzwelle ist ausgelaufen. Die vergangenen Großinsolvenzen sind auch kein Anzeichen einer neuen Welle. Dennoch gehen die Schäden in die Milliarden.

          Dass es die Berliner Solon SE treffen würde, kam nicht wirklich überraschend. So richtig vorbereitet war dann dennoch niemand. Im Unternehmensleben ist es wie im richtigen Leben: Auch wenn ein Ende lange absehbar ist wie bei einigen Unternehmen der Solarbranche, kommt es dann doch überraschend. Solon oder Solar Millennium waren aber nicht die einzigen Unternehmen, die in diesem Jahr zahlungsunfähig wurden.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Es traf wieder große Unternehmen wie Manroland mit 6500 Mitarbeitern, es traf bekannte Unternehmen wie den Eichborn-Verlag oder den Stromanbieter Teldafax, und es traf solche, von denen man es nicht erwartet hätte, wie den Friedberger Insolvenzverwalter Reuss oder die Krankenkasse City BBK.

          Sonnenenergie im Trend

          Das Unternehmen Solon gehört als Ausgründung der TU Berlin (1998) zu den Pionieren der Photovoltaikbranche, die Sonnenenergie in Strom umwandelt. Die Branche liegt im Trend, auf deutschen Dächern werden täglich mehr Solaranlagen angebracht, die Subventionen fließen in Strömen. Dennoch geht es den meisten Anbietern schlecht. Der Markt in Spanien ist weggebrochen, nachdem die dortige Regierung kein Geld mehr hat für öffentliche Förderung. Vor allem aber machen chinesische Mitbewerber mit billigeren Produkten den deutschen Anbietern - und nicht nur ihnen - das Leben schwer.

          Weniger Pleiten: In den Jahren 2009 bis 2011 sank die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen
          Weniger Pleiten: In den Jahren 2009 bis 2011 sank die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen : Bild: F.A.Z.

          In den Vereinigten Staaten haben schon die Branchenpioniere Evergreen und Solyndra ihre Existenz eingebüßt, und mit First Solar musste einer der international größten Solarkonzerne zweimal hintereinander seine Umsatz- und Gewinnprognose nach unten revidieren. Und Solon ist auch nicht der letzte deutsche Anbieter von Anlagen zur Solarstromerzeugung, der die Segel streichen muss - wie die Insolvenz des Projektentwicklers Solar Millennium mit 60 Mitarbeitern zeigt. Was der Insolvenzantrag der Solon für die 530 inländischen Mitarbeiter bedeutet, ist noch offen. Derzeit werden alle Möglichkeiten der Weiterführung oder des Verkaufs geprüft, heißt es.

          Ähnlich müssen auch die 6500 Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers Manroland, Augsburg, über den Jahreswechsel um ihre Stellen zittern. Als einer der weltgrößten Hersteller von Druckmaschinen leidet Manroland unter der Billigkonkurrenz aus Asien, aber auch unter dem Trend zu elektronischen Dokumenten. Der Umsatzrückgang war massiv und auch unter dem Finanzinvestor Allianz fiel dem Management keine Lösung ein, die zukunftsträchtig wäre. Manroland ist die mit Abstand größte Insolvenz des Jahres; sie kam Ende November, und die Folgen sind daher noch offen.

          Insolvent ist auch der Druckmaschinenhersteller Manroland...
          Insolvent ist auch der Druckmaschinenhersteller Manroland... : Bild: DPA

          Eine dritte Großinsolvenz im November schürte ebenfalls die Ängste, eine neue Insolvenzwelle könnte bevorstehen. Die Heitkamp-Holding, ein Unternehmen des ehemaligen BDI-Präsidenten Jürgen Thumann, musste Insolvenz beantragen. Heitkamp aus Herne zählte einmal zu den größten Baukonzernen des Landes, die Kraftwerke bauten, aber auch den Tunnel unter dem Ärmelkanal oder die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Zum Schluss hatte Heitkamp allerdings nur noch 1000 Beschäftigte.

          Kein Anzeichen für schlechtere Konjunktur

          Die letzten Insolvenzanträge des Jahres betrafen große und bekannte Unternehmen. Vorboten einer schlechteren Konjunktur oder einer Insolvenzwelle sind sie dennoch nicht, versichert Helmut Rödl, Vorstand des Wirtschaftsforschungsunternehmens Creditreform. Der Insolvenzantrag des Druckmaschinenherstellers Manroland habe strukturelle Gründe. Manroland ist der größte Hersteller der Welt von Zeitungsdruckmaschinen, einem schrumpfenden Markt. Auch die Insolvenz des Bauunternehmens Heitkamp sei kein Anzeichen für eine schlechtere Konjunktur. Im Gegenteil, gerade der Bau profitiere noch immer von Konjunkturprogrammen und von der steigenden privaten Investition in Immobilien, sowohl in Neubau wie in Sanierung.

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