Das amerikanische Unternehmen First Solar will in China das mit Abstand größte Sonnenkraftwerk der Erde bauen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei mit der Regierung in Peking unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit. Vom Jahr 2019 an soll die Energiefabrik 2000 Megawatt leisten. Als Baubeginn wird der 1. Juni nächsten Jahres angepeilt. Die Solarfabrik soll 65 Quadratkilometer Fläche einnehmen. Geplant ist die Anlage in Ordos-Stadt in der Inneren Mongolei.
Wenn das geplante Kraftwerk in China Wirklichkeit wird, wäre es 30 mal so groß wie die derzeit weltgrößte Anlage dieser Art. First-Solar-Chef Michael Ahearn räumte ein, dass seine Branche in den meisten Köpfen noch immer ein Nischenprodukt ist. „Der Betrieb einer Anlage mit der Kapazität eines Atomkraftwerks wird zu einem Umdenken führen.“ Rein rechnerisch reicht die gewonnene Energie, um 1,6 Millionen Haushalte im Westen zu versorgen.
China arbeitet an einem Kurswechsel in seiner Energiepolitik: 2020 sollen wenigstens 15 Prozent seines gewachsenen Verbrauchs aus erneuerbaren Quellen kommen.
Der Vertrag wäre der erste größere Vorstoß einer amerikanischen Firma auf den schnell wachsenden chinesischen Markt für alternative Energien. Das Projekt hängt noch von einem Vertrag mit einem Versorger ab. Außerdem muss die Regierung in Peking noch höhere Tarife für die Einspeisung von Solarenergie in das Stromnetz absegnen - ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland. Nach Plänen der Nationalen Kommission für Entwicklung und Reform fördert China alternative Energieformen zwischen 2006 und 2020 mit insgesamt 2000 Milliarden Yuan (203 Milliarden Euro).
Die Ankündigung ist für die geplagte Branche ein echter Hoffnungsschimmer. Im vergangenen Jahr trocknete im Wirbel der Finanzkrise die Finanzierung neuer Projekte ein, zudem bekam sie eine Reduzierung der Subventionen in Spanien schmerzhaft zu spüren. Die Folge waren große Bestände unverkaufter Solarzellen. Deshalb gab die Ankündigung den Aktien der gesamten Branche einen Schub. Am Mittwoch profitierten Solar-Aktien rund um die Erde von der Ankündigung aus China. Die Papiere von First Solar legten um 11 Prozent zu.
First Solar ist weltweit der größte Anbieter von Dünnschicht-Solarmodulen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 4000 Mitarbeiter. Seit dem Jahr 2007 produziert das Unternehmen auch in Deutschland: In seinem Werk in Frankfurt (Oder) arbeiten rund 600 Mitarbeiter.
Amerikaner bauen Solarkraftwerk in China
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 10.09.2009, 01:44 Uhr
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Hans Schulze (HansSchulze)
- 10.09.2009, 12:30 Uhr
