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Im Porträt: Manfred Wennemer Der Verlierer

21.08.2008 ·  „Egoistisch, selbstherrlich, verantwortungslos.“ Womöglich sind dem Conti-Chef diese drei Wörter zum Verhängnis geworden, haben ihn seinen Job gekostet. Es ist eine bittere Niederlage für Manfred Wennemer, der bisher das Siegen gewohnt war.

Von Henning Peitsmeier
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„Egoistisch, selbstherrlich, verantwortungslos.“ Womöglich sind ihm diese drei Wörter zum Verhängnis geworden, haben ihn seinen Job gekostet. Manfred Wennemer, der scheidende Vorstandsvorsitzende von Continental, hatte sich vor vier Wochen in eine drastische Wortwahl geflüchtet, als er das Angebot der Schaeffler-Gruppe brüsk zurückwies. Wer so redet, kann später keine Kompromisse schließen.

Am Tag der Einigung mit den Franken ist sich Wennemer treu geblieben: Er geht rasch, wahrt noch nicht einmal eine Übergangsfrist, um etwa eine Integration von Conti mit dem Milliarden-Zukauf Siemens-VDO in die neue Gruppe zu begleiten. Es ist eine bittere Niederlage für den Mann, der bisher das Siegen gewohnt war. Selbst das erhöhte Angebot von Schaeffler lehnt Wennemer ab. 75 Euro für eine Conti-Aktie, das ist ihm immer noch zu wenig. Sieben Jahre stand er an der Spitze von Conti, schon zum Ende dieses Monats scheidet er aus. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis 2011. Zuletzt war es einsam um ihn geworden, sein eigener Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg ging auf Distanz zu ihm.

Der 60 Jahre alte Diplom-Mathematiker war stets ein Liebling der Börsianer. So zuverlässig wie kaum ein anderer Dax-Vorstand erfüllte er seine Prognosen, lieferte Jahr für Jahr Rekordzahlen ab für den 1871 gegründeten Autozulieferer aus Hannover. Weil der Zahlenmensch Wennemer die Sprache des Kapitalmarktes sprach, muss es ihn umso mehr getroffen haben, dass ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie Schaeffler ihn mit den Waffen der Börse geschlagen hat. Das fränkische Familienunternehmen nutzte Swaps, um sich große Teile des Conti-Kapitals zu sichern. Als Wennemer davon bei einem ersten Treffen mit den Schaefflers am Frankfurter Flughafen erfuhr, soll er außer sich vor Wut gewesen sein, hieß es aus seinem Umfeld. Der gebürtige Westfale, dem eine gehörige Portion Sturheit nachgesagt wird, brach die Gespräche mit den Franken an jenem Freitagabend ab. Sein Ärger war auch noch nicht verraucht, als er Tage später vor die Presse trat und zu jenen drastischen Worten griff, die nun sein eigenes Schicksal besiegelt haben.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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