04.03.2010 · Schon in drei Jahren will Osamu Masuko profitabel Elektroautos herstellen. Der 60 Jahre alte Manager ist seit 2005 Vorstandschef von Mitsubishi. Im Herbst führen die Japaner ihr Elektroauto iMiev auch in Deutschland ein - eines der ersten Elektroautos für ganz normale Kunden.
Schon in drei Jahren will Osamu Masuko profitabel Elektroautos herstellen. Der 60 Jahre alte Manager ist seit 2005 Vorstandschef von Mitsubishi. Im Herbst führen die Japaner ihr Elektroauto iMiev auch in Deutschland ein - eines der ersten Elektroautos für ganz normale Kunden. Am Rande des Autosalons in Genf hat sich Masuko mit Philippe Varin, dem Vorstandsvorsitzenden des französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën, getroffen. Die beiden Konkurrenten wollen ihre Kooperationen ausweiten. Eine wechselseitige Kapitalverflechtung streben die beiden Unternehmen aber nicht an.
Herr Masuko, Ihr ehemaliger Partner Daimler will gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller BYD Elektroautos produzieren. Gleichzeitig haben Ford und Volkswagen eine ganze Batterie neuer Elektroautos angekündigt. Was bedeutet das für Sie?
Es ist ein Zeichen dafür, dass wir jetzt wirklich in die Ära der Elektroautos eingetreten sind. Wir begrüßen die Wettbewerber. Aber die Nummer eins ist Mitsubishi. Wir sind der einzige Massenhersteller, der wirklich schon ein Elektroauto verkauft.
Seit Mitte vergangenen Jahres bieten Sie Ihren Kunden das Modell iMiev in Japan an. Wie viele wurden schon verkauft?
Wir haben bisher 1300 Stück in Japan verkauft. Weitere rund 250 wurden exportiert, aber bisher nur nach Großbritannien, wo genauso wie in Japan rechts gelenkt wird. Im laufenden Jahr wird im Oktober der Export nach Europa starten, so dass wir insgesamt rund 9000 Stück verkaufen. In dieser Zahl sind dann aber auch die leicht abgewandelten Elektroautomodelle mit Lenker auf der linken Seite für unseren französischen Partner PSA Peugeot Citroën enthalten. Mehr können wir im Moment auch gar nicht produzieren, weil unser Gemeinschaftsunternehmen für Batterien mit dem Partner GS Yuasa nicht mehr Batterien liefern kann. Schon im kommenden Jahr wird der Absatz jedoch auf etwa 15 000 Stück anwachsen.
Wie groß muss der Absatz sein, damit Sie Geld verdienen können mit den Elektroautos?
Dafür müssten es etwa 30 000 Stück sein. Dieses Niveau werden wir wohl 2012 erreichen.
Wie viel wird der iMiev in Deutschland kosten?
In Japan kostet er nach Abzug einer staatlich finanzierten Kaufprämie von umgerechnet 10.000 Euro etwa 33.000 Euro. In Deutschland werden wir anfangs 48.000 Euro verlangen müssen, darin sind dann aber auch alle Steuern enthalten. Bis 2013 soll der Preis außerdem durch Größenvorteile in der Produktion bis auf 17.000 Euro fallen - wenn möglich, sogar ohne Subventionen.
Braucht das Elektroauto staatliche Hilfe, um sich durchzusetzen?
Wir würden uns sehr freuen, wenn es staatliche Hilfe auch in Deutschland gäbe. In Frankreich wird eine Kaufprämie von 5000 Euro gezahlt. Aber die Hilfen sollte es so oder so nur für eine Übergangszeit geben.
Der iMiev soll eigentlich mit einer Batterieladung 130 Kilometer weit fahren können. Wenn es kalt ist, schrumpft die Reichweite aber schnell auf die Hälfte.
Es stimmt. Das kann passieren, wenn Sie die Heizung anmachen. Aber unseren Studien zufolge legen fast alle Kunden an Werktagen weniger als 40 Kilometer zurück. Für sie reicht also eine Batterieladung auch dann, wenn die Reichweite nur 60 oder 70 Kilometer beträgt. Selbst am Wochenende fahren die allermeisten Menschen weniger als 60 Kilometer.
Mitsubishi plant eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Allianzpartner PSA Peugeot Citroën. Worum geht es dabei?
Wir produzieren bereits unseren Geländewagen Outlander für Peugeot. Außerdem haben wir ein Gemeinschaftsunternehmen für eine neue Fabrik in Russland gegründet. Die dritte Kooperation sind die Abwandlungen unseres Elektroautos iMiev für den europäischen Markt. Peugeot hat sich dabei als exzellenter Partner für uns erwiesen.
Und wie geht es nun weiter?
Wir könnten die Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter ausbauen. Aber es gibt im Moment keine konkreten Pläne dafür. Auch eine wechselseitige Kapitalverflechtung ist derzeit keine Option.
Nissan arbeitet mit Renault zusammen, Suzuki kooperiert mit Volkswagen. Ist nicht auch Mitsubishi zu klein, um allein am Markt zu bestehen?
Natürlich ist es schwierig für so ein kleines Unternehmen wie uns, in diesen schwierigen Zeiten zu überleben. Aber auch Größe allein ist keine Garantie für Erfolg, wie man bei General Motors beobachten konnte. Statt Kapitalbeteiligungen suchen wir nach Partnern für einzelne Projekte zur Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Antriebstechniken.
Wann kehren Sie zur Profitabilität zurück?
Wir werden schon im laufenden Geschäftsjahr, das im März endet, wieder schwarze Zahlen schreiben, nachdem wir im ersten Halbjahr noch Verlust gemacht hatten.
Was ist der Grund für die Wende zum Besseren?
Der wachsende Absatz in China, Australien und den übrigen Staaten Südasiens hat uns sehr geholfen. Im vorigen Jahr haben wir 960 000 Autos verkauft. Dieses Jahr werden es voraussichtlich 1,1 bis 1,15 Millionen werden. Außerdem haben wir die Kosten auf breiter Front gesenkt - unter anderem die Materialkosten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |