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Im Gespräch: Großaktionär Flowers „3 Euro je HRE-Aktie wären fair“

19.02.2009 ·  Bei seinem Einstieg hat der Finanzinvestor Christopher Flowers 22,50 Euro für die HRE-Aktie bezahlt. Dann kam die Finanzkrise. Nun soll sich der Großaktionär von seinem Anteil trennen. Im F.A.Z.-Interview erklärt Flowers, warum er den Einstieg bei der Krisenbank bereut, aber nicht um jeden Preis verkaufen will.

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Bei seinem Einstieg hat der Finanzinvestor 22,50 Euro für die HRE-Aktie bezahlt. Nun soll sich der Großaktionär von seinem Anteil trennen. Er bereut den Einstieg in die Krisenbank. Um jeden Preis verkaufen will er aber nicht.

Herr Flowers, wollen Sie aus Ihrem Engagement bei der Hypo Real Estate eigentlich auf jeden Fall raus?

Nein, unsere Präferenz ist, unser Engagement bei der Hypo Real Estate weiterzuführen. Im Mittelpunkt aller Überlegungen stand dabei immer die Suche nach einer nachhaltigen Lösung, die die Interessen des Staates und der Aktionäre angemessen berücksichtigt.

Der HRE wird zum Jahresabschluss Eigenkapital fehlen, die Rede ist von 10 Milliarden Euro. Sind Sie bereit, sich an einer notwendigen Kapitalerhöhung zu beteiligen?

Zunächst gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf unter 10 Milliarden Euro liegen wird. Ob wir uns an einer Kapitalerhöhung beteiligen, hängt letztendlich von den Bedingungen einer solchen Transaktion ab.

Wie viele HRE-Aktien besitzen Sie denn noch?

Etwa 17 Prozent hat die Investorengruppe rund um J.C. Flowers, etwa 6,7 Prozent die Grove International Partners.

Sie haben die Aktien einst für 22,50 Euro erworben, jetzt scheint der Bund nicht bereit zu sein, mehr als den Marktpreis von zuletzt 1,60 Euro zu zahlen. Ist das aktuelle Preisniveau aus Ihrer Sicht eine faire Basis?

Bei der Diskussion über die richtige Berechnungsgrundlage für eine Kapitalerhöhung oder eine andere Transaktion sollte berücksichtigt werden, dass der Aktienkurs seit Aufkommen der Gerüchte über ein mögliches Enteignungsgesetz stark gelitten hat. Angemessen für alle Aktionäre – 10 Prozent des Eigenkapitals liegt in den Händen von Kleinaktionären – wäre aus unserer Sicht ein Preis, der auf einer gewichteten Kursbasis vor Aufkommen der Gerüchte berechnet wird. Hier sprechen wir über knapp 3 Euro pro Aktie.

Nicht nur die HRE macht Ihnen Sorgen, auch die HSH Nordbank ist marode. Bereuen Sie inzwischen Ihre Investments in Deutschland?

Unser Investment in die Hypo Real Estate ist rückblickend sicherlich ein Fehler gewesen. Aber Deutschland hat aus unserer Sicht große Zukunftschancen als Wirtschafts- und Investitionsstandort und wir hoffen, dass wir künftig wieder Möglichkeiten für gute Investitionen finden.

Die Bundesregierung hat ein Enteignungsgesetz auf den Weg gebracht mit dem Sie im äußersten Fall zum Rückzug gezwungen werden können, um die Interessen der Steuerzahler zu wahren. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?

Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass eine gemeinsam mit der Politik erarbeitete nachhaltige Lösung, die dem Staat die angestrebte Mehrheit gibt und die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, gefunden werden kann. Dieser Weg wäre letztendlich bei weitem weniger komplex und kostspielig sowie mit weniger rechtlichen Unsicherheiten behaftet, als eine Enteignung.

Scheidet Deutschland damit als Anlageziel für ausländische Investoren künftig aus?

Ich denke schon, dass das Ausland wie das Inland nun beobachten, wie das Gesetz letztlich angewendet und die Ultima Ratio in der Praxis definiert werden soll. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass Deutschland einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Welt ist.

Haben Sie den Eindruck, dass Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der sie zuletzt heftig attackiert hat, überhaupt noch zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist?

Wir würden uns freuen, wenn die Gespräche fortgesetzt würden, und stehen für einen offenen und konstruktiven Dialog jederzeit zur Verfügung. Das haben wir auch gegenüber der Politik immer unterstrichen.

Die Fragen stellten Heike Göbel und Henning Peitsmeier.

Quelle: F.A.Z.
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