02.03.2008 · Der europäische Flugzeugbauer Airbus will nach seinem Milliarden-Auftrag von der amerikanischen Luftwaffe mehr Mitarbeiter in der Fertigung einstellen, sagt EADS-Chef Louis Gallois - nicht ohne Stolz - im Interview mit der F.A.Z.
Im Kampf um einen Milliardenauftrag des amerikanischen Militärs hat der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS seinen Erzrivalen Boeing in dessen Heimatmarkt ausgestochen.
Herr Gallois, wie haben Sie das hingekriegt?
Das ist der beste Auftrag meines Lebens und der Durchbruch für EADS im amerikanischen Militärmarkt. Drei Punkte waren entscheidend: Erstens haben wir ein sehr gutes Produkt. Das sehen Sie ja auch daran, dass wir mit unseren Tankflugzeugen zuletzt bereits die Ausschreibungen etwa in Großbritannien und Saudi-Arabien gewonnen haben. Zweitens haben wir mit Northrop Grumman einen exzellenten Partner an unserer Seite, und drittens hat uns die starke politische Unterstützung von amerikanischen Bundesstaaten wie Alabama sehr geholfen. Dort bauen wir ja unsere Fertigung auf.
Wann werden die ersten Maschinen ausgeliefert?
Ich denke, in den nächsten zwei bis drei Jahren. Formell verbindlich haben wir ja zunächst den Auftrag für vier Flugzeuge erhalten.
Können Sie sicher sein, dass Sie auch die gesamte Flotte von 179 Maschinen liefern dürfen?
Ja, da mache ich mir keine Sorgen. De facto haben wir den gesamten Auftrag in der Tasche.
Wie viele neue Arbeitsplätze bringt der Großauftrag aus Amerika?
Der Großteil der zusätzlichen Stellen wird in den Vereinigten Staaten entstehen. 2000 Jobs schaffen wir direkt in unserer neuen Fabrik in Alabama. Insgesamt rechnen wir in Amerika mit 25.000 neuen Arbeitsplätzen.
Und in Europa?
Auch Europa wird davon profitieren. Denn hier werden die Komponenten für die Flugzeuge gefertigt. Allerdings müssen Sie sehen, dass die auf einen längeren Zeitraum verteilte Stückzahl von 179 Maschinen bei unserer Gesamtproduktion so sehr nun auch wieder nicht ins Gewicht fällt.
Drohen nun abermals Entwicklungspannen, wie Sie die EADS zuletzt immer wieder erlitten hat?
Ich denke, die Pannengefahr bei uns ist sehr begrenzt. Das Airbus-Modell A 330, auf dem das Tankflugzeug basiert, ist ein bewährtes und zuverlässiges Flugzeug, und die Tankanlage haben wir bereits entwickelt. Die Risiken liegen weitgehend hinter uns. Der militärische Teil des Projekts, also die Umrüstung der Maschinen durch unseren Partner Northrop Grumman, ist der schwierigere.
Wie stark lindert die neue Fertigung in Amerika Ihre Probleme mit dem schwachen Dollar?
Dieser Auftrag ist für uns der Durchbruch in wichtigen amerikanischen Märkten. Ein großer Vorteil ist, dass wir mit ihm das zyklische Geschäft mit zivilen Flugzeugen besser als bisher mit Militäraufträgen austarieren können. Das Auf und Ab wird dadurch abgemildert. Unser Geschäft wird stabiler.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,28 $ | −0,53% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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