07.08.2007 · Die WGZ-Bank wäre an einem Einstieg an der IKB interessiert. Andere Banken sondieren offenbar auch eine Beteiligung. Dabei ist gar nicht klar, wie es bei der IKB weiter geht.
Die Krise bei der in eine finanzielle Schieflage geratenen IKB könnte Bewegung in die deutsche Bankenlandschaft bringen. Die zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehörende WGZ-Bank schließt ein Interesse an einem Einstieg bei der IKB Deutsche Industriebank nicht aus. Bisher hält die staatliche Förderbank KfW einen Anteil von 38 Prozent an der börsennotierten IKB.
„Kein Thema kann es nicht sein“, formulierte der Vorstandsvorsitzende der WGZ, Werner Böhnke, am Dienstag in Düsseldorf. Die IKB müsse erst aber einmal in Ruhe gelassen werden, um ihre Probleme zu
lösen. „Wir gehören nicht zu denen, die zum Hörer greifen, um ein möglichst appetitliches Stück zu bekommen“, sagte Böhnke weiter. Andererseits müsse man sich aber längerfristig Möglichkeiten zuwenden, die sich ergeben könnten.
Auch die WGZ gab der IKB Kredit
Nach Medienberichten haben mehrere Banken an der IKB signalisiert. Die Düsseldorfer Bank, die auf Mittelstandsfinanzierungen spezialisiert ist, war durch Probleme auf dem amerikanischen Immobilienmarkt
in eine Schieflage geraten. Die Bundesregierung hatte am Wochenende erklärt, ein Ausstieg der staatlichen Förderbank KfW sei keineswegs beschlossene Sache.
Die WGZ zählt auch zu den Kreditgebern der IKB. Sie hatte in der vergangenen Woche nach Angaben der IKB ihre Kreditlinie von 300 Millionen Euro vorübergehend ausgesetzt. Böhnke wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern. Wegen der Probleme am amerikanischen Markt war für die IKB ein Hilfspaket in Höhe von mehr als 8 Milliarden Euro geschnürt worden.
Von Tippelskirch begann die fraglichen Geschäfte der IKB
Der Vorstandsvorsitzende der IKB, Stefan Ortseifen, musste zurücktreten. Dabei hatte er die fragwürdigen Geschäften von seinem Vorgänger, Alexander von Tippelskirch, übernommen. Dieser ist weiterhin Mitglied des Aufsichtsrats und zwar in der Position des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden.
Die WGZ selbst lässt die Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt Böhnke zufolge ungeschoren. Die Bank habe sich „bereits sehr früh nicht mehr im sogenannten US-Subprime-Hypothekenmarkt engagiert und (sich) von eingegangenen Positionen verabschiedet“, sagte er. Im Zweifel verzichte die WGZ lieber auf Erträge, als unangemessene Risiken in die Bücher zu nehmen.
Mit der DZ-Bank will die WGZ nicht zusammen gehen
Die WGZ und die DZ-Bank, dem anderen verbliebenen Spitzeninstitut im Genossenschaftsverbund, haben in der Vergangenheit mehrere Anläufe zu einem Zusammenschluss unternommen. Auch ein dritter Versuch war aber im vergangenen Jahr gescheitert. Ein neuer Anlauf stehe „derzeit nicht an“, sagte Böhnke.
Die WGZ suche aber die Zusammenarbeit im alltäglichen Geschäft, also in der „konkreten Arbeit“. Im ersten Halbjahr hat die WGZ-Gruppe einen Gewinnsprung verbucht: Das Betriebsergebnis stieg, getrieben von höheren Zins- und Provisionsüberschüssen, um knapp 13 Prozent auf 102,0 Millionen Euro. Für das zweite Halbjahr erwartet die WGZ wegen des scharfen Wettbewerbs in der Branche und der Unwägbarkeiten an den internationalen Kapitalmärkte aber eine „etwas gedämpfte Entwicklung“.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,28 $ | −0,53% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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