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IKB Finanzvorstand Die Aufräumarbeiten schreiten voran

08.08.2007 ·  Der Staat ist der IKB Deutsche Industriebank in der Krise zur Seite gesprungen. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten in der angeschlagenen Düsseldorfer Bank. Der Finanzvorstand Volker Doberanzke geht freiwillig.

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In dem durch riskante amerikanischen Hypothekenkredite bei der IKB Deutsche Industriebank ausgelösten Debakel gehen die Aufräumarbeiten im Vorstand und im Geschäft voran. So ist am 7. August auch Finanzvorstand Volker Doberanzke aus der Düsseldorfer Bank ausgeschieden.

Die Zweckgesellschaft Rhinebridge erhält eine Finanzspritze und wird erstmals in der IKB-Bilanz konsolidiert. Dem von der IKB verwalteten Fonds Rhineland Funding, der mit seinem höheren Anteil zweitklassiger Hypotheken (Subprime-Krediten) die IKB-Krise auslöste, müssen erste Mittel aus den vereinbarten Kreditlinien bereitgestellt werden, da sich der Fonds am Markt zur Zeit nicht mehr refinanzieren kann.

IKB-Aktie erholt sich

Günther Bräuning, der aus dem Vorstand des Hauptgesellschafters KfW Anfang August an die Spitze der IKB wechselte, hat mit diesen Entscheidungen für bessere Stimmung gesorgt. Die IKB-Aktie, deren Kurs binnen weniger Tage um mehr als 50 Prozent auf weniger als 10 Euro abgestürzt war, erholte sich auch am Mittwoch. Im Verlauf verfehlte sie mit gut 3 Prozent Kursgewinn nur knapp 15 Euro.

Glos Skeptisch gegenüber Bundebeteiligungen

Unterdessen hat sich Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) für einen Rückzug der staatlichen KfW, die mit 38 Prozent beteiligt ist, ausgesprochen. Zunächst müsse die IKB saniert werden. „Dann halte ich es für sinnvoller, wenn sich der Bund von den Anteilen trennen würde“, sagte Glos am Mittwoch in Berlin.

Er ließ zugleich eine grundsätzliche Skepsis gegenüber solchen Bundesbeteiligungen durchblicken. Ohne die Beteiligung der staatlichen Förderbank hätte es keine Notwendigkeit für Hilfe gegeben. Bei der Stützaktion durch die KfW habe es sich um eine „Not- und Eilmaßnahme“ gehandelt.

Doberanzke legt Amt nieder

Nachdem bei dieser Aktion Ende Juli IKB-Vorstandssprecher Stefan Ortseifen durch Bräuning ersetzt worden war, hat am Dienstag Doberanzke sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Dessen Aufgaben, neben Finanzen unter anderem Controlling, Steuern und Organisation, wurden kommissarisch Dieter Glüder übertragen, der mit Bräuning von der KfW in den IKB-Vorstand gewechselten. Außerdem hat der Vorstand Lutz-Christian Funke, bisher Direktor im Vorstandsstab der KfW, zum Generalbevollmächtigten der IKB ernannt und mit der Leitung eines neu gebildeten Krisenstabs betraut.

80 Millionen Euro für die Rhinebridge

Mit dem für Rhinebridge beschlossenen Finanzzuschuss von 80 Millionen Euro soll deren Refinanzierungsfähigkeit sichergestellt werden. In der Konsolidierung nimmt die IKB Aktiva im Umfang von 2,4 Milliarden Dollar in ihre Bilanz. Sie bestehen nach Angaben der Bank aus Vermögenswerten, die zu 96 Prozent mit AAA und AA bewertet sind. Die restlichen 4 Prozent würden ein A-Rating ausweisen.

In Finanzkreisen wird der Anteil des Subprimegeschäftes auf etwa 17 Prozent geschätzt. Bei Rhineland Funding soll dieser Prozentsatz fast doppelt so hoch sein. Hier ist die KfW in der vergangenen Woche mit einer Garantie für bis zu 8,1 Milliarden Euro eingesprungen. Weitere 6,5 Milliarden Euro Liquidität werden von anderen Banken garantiert. Aus dem Abruf dieser Mittel würde nur dann ein Verlust, wenn die gebündelten und verbrieften Hypotheken am Ende nicht getilgt werden.

Verlustpotential 2,5 Milliarden Euro

Bei der KfW wird das Verlustpotential auf etwa 2,5 Milliarden Euro veranschlagt. Ein Drittel würde auf die gesamte Kreditwirtschaft verteilt. Die IKB hat die für den 14. August geplante Berichterstattung zum 1. Geschäftsquartal auf den 28. September verschoben.

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28.05.2012 17:45 Uhr
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