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IKB Ein beispielloser Bankenskandal

21.08.2008 ·  Die IKB ist verkauft. Ein vorläufiger Schlussstrich ist gezogen, eine private Bank mit Milliarden Steuergeld gerettet worden. War es das wert? Bei allem Verständnis für die Mitarbeiter: Nein!

Von Holger Appel
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Die IKB ist verkauft. Damit lässt sich ein vorläufiger Schlussstrich unter ein Bankendesaster ziehen, für das es in der deutschen Geschichte kaum ein Beispiel gibt. Macht die EU-Kommission das Geschäft wegen unerlaubter Beihilfen nicht noch zunichte, gehört der einstmals stolze Düsseldorfer Mittelstandsfinanzierer fortan einem amerikanischen Finanzinvestor.

Die Rettung der im Vergleich kleinen IKB hat nach heutigen Erkenntnissen 10,7 Milliarden Euro gekostet. 9,2 Milliarden Euro davon tragen die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW und der Bund, mithin der Steuerzahler. Im Verlauf der endgültigen Verhandlungen und wegen weiterer im Zuge der Übertragung an den Finanzinvestor Lone Star von der KfW übernommener Risiken kann noch die eine oder andere Million hinzukommen, doch darauf kommt es jetzt fast nicht mehr an. Rund 125 Euro hat also jeder Bundesbürger unfreiwillig für eine Bank bezahlt, die der Finanzinvestor jetzt von nahezu allen Risiken befreit geschenkt bekommt.

Der KfW fehlte schließlich die Kraft

Die Amerikaner beteuern zwar zu Recht, die IKB habe mangels Ertragsstärke im Kerngeschäft eine harte Zeit vor sich; doch egal wie man es rechnet, der Kaufpreis wird von anderen Zusagen mehr als wettgemacht. Der KfW und den hinter ihr stehenden Finanz- und Wirtschaftsministerien hat schließlich die Kraft gefehlt, ein schier unendliches Loch immer weiter zuzuschaufeln.

Der bisherige Mehrheitseigner KfW verkaufte seine Anteile an den Investor Lone Star. Dieser kündigte an, dass die IKB sich wieder auf ihr Kerngeschäft Mittelstandsfinanzierung konzentrieren werde.

Kleinlaut müssen die Verantwortlichen eingestehen, dass sie weder den erhofften Kaufpreis noch eine wie auch immer geartete Arbeitsplatzgarantie erzielen konnten. Mitten in der Finanzmarktkrise, in der in anderen Ländern Banken verstaatlicht würden, habe man keine andere Wahl gehabt, behauptet der Vorstand.

Damit hat er recht, folgt man der Annahme, dass die zeitige Insolvenz der IKB einen Erdrutsch mindestens in Deutschlands Finanzwelt losgetreten hätte. Daran aber sind erhebliche Zweifel angebracht. Die privaten Banken jedenfalls sind bei dem Geschäft prima weggekommen. Dabei bleibt festzuhalten, dass die staatliche KfW stets Minderheitsaktionär und die IKB grundsätzlich eine private Bank war und bleibt: eine private Bank, die mit Milliarden Steuergeld gerettet wurde. Bei allem Verständnis für die Sorgen der 1750 Mitarbeiter, das war es nicht wert. Der Fall IKB ist genaugenommen kein Bankendesaster, er ist ein Bankenskandal.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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