22.02.2010 · Hat die Baufirma Bilfinger Berger nicht nur beim Kölner U-Bahn-Bau gepfuscht sondern auch beim Bau einer ICE-Strecke? Nein, sagt jetzt das Unternehmen. Die Standfestigkeit der von dem Verdacht betroffenen ICE-Strecke in Bayern ist nach Ansicht von Bilfinger-Chef Bodner ungefährdet.
Die Standfestigkeit einer von Baupfusch-Verdacht betroffenen ICE-Strecke in Bayern ist nach Ansicht des Bauunternehmens Bilfinger Berger ungefährdet. An dem fraglichen Streckenabschnitt habe es strenge Qualitätskontrollen durch die Deutsche Bahn und unabhängige Prüfinstitute gegeben, bei denen keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien, sagte der Bilfinger Berger-Chef Herbert Bodner am Montag in einer Telefon-Pressekonferenz. Dennoch müssten die Vorwürfe genau untersucht und aufgeklärt werden. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit der Deutschen Bahn.
Bodner betonte, bei dem betroffenen Teilabschnitt der ICE-Strecke Nürnberg-Ingolstadt handele es sich um das sogenannte Süd-Los. Dort sei Bilfinger Berger nicht als hauptverantwortliches Unternehmen beteiligt, sondern zusammen mit einer anderen Firma als Subunternehmen für Spezialtiefbauarbeiten.
Bodner: Aufklärung steht an erster Stelle
Was die Betrugs-Vorwürfe beim Bau der Kölner U-Bahn angeht, stehe eine vorbehaltlose und umfassende Aufklärung für Bilfinger Berger an erster Stelle, sagte Bodner. „Da gibt es nichts, das irgendwie beiseite gedrückt würde.“ Das Unternehmen arbeite hier sehr eng mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) und der Staatsanwaltschaft zusammen. „Wir sind hier von Machenschaften betroffen, die man als kriminell bezeichnen muss.“ Sollten sich die Vorwürfe bestätigen - es geht unter anderem um gestohlene Eisenbügel und manipulierte Messprotokolle -, werde es weitergehende personelle Konsequenzen bis hin zur Kündigung geben. Bisher sind drei für den U-Bahn-Bau verantwortliche Mitarbeiter freigestellt worden.
Bodner kündigte an, dass die für den U-Bahn-Bau zuständige Firmen- Arbeitsgemeinschaft an diesem Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Köln umfassend über den Sachstand informieren werde. Er sehe zurzeit keinen Grund, warum die KVB den Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft kündigen sollte. Es gebe kein Fehlverhalten, das eine solche Kündigung rechtfertigen würde.
Für sich persönlich schloss Bodner personelle Konsequenzen im Zusammenhang mit den Pfusch-Vorwürfen aus. Er sei überzeugt davon, zu jedem Zeitpunkt das Richtige getan zu haben, sagte er.
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