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Hypothekenkrise Die Deutsche Bank schreibt weitere Milliarden ab

01.04.2008 ·  Jetzt trifft die Krise am Finanzmarkt auch die Deutsche Bank härter als erwartet. Für das erste Quartal werden Belastungen von 2,5 Milliarden Euro erwartet - mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Macht nichts, sagten sich die Börsianer, und schickten den Kurs um gut drei Prozent nach oben.

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Die Folgen der weltweiten Finanzkrise treffen die Deutsche Bank deutlich härter als bislang bekannt. In den ersten drei Monaten 2008 muss Deutschlands größtes Geldhaus wegen der anhaltenden Marktturbulenzen weitere 2,5 Milliarden Euro abschreiben. Das ist mehr als im gesamten vergangenen Jahr, als die Krise mit gut 2,3 Milliarden Euro negativ zu Buche schlug. „In den letzten Wochen haben sich die Bedingungen weiter erheblich verschlechtert“, teilte das Institut am Dienstag mit.

Die Wertberichtigungen fielen höher aus als von einigen Branchenexperten vorausgesagt. „Damit dürfte die Deutsche Bank im ersten Quartal einen Verlust ausweisen“, erklärte Olaf Kayser, Bankenanalyst bei der LBBW. Sein Kollege Georg Kanders von der West LB sprach indes von temporären Faktoren, die die Ergebnisse belasteten. „Das tangiert das zugrundeliegende Geschäft nicht“, sagte er. Nach den jüngsten Kursverlusten unter anderem bei amerikanische Hypothekenpapieren seien weitere Abschreibungen auch nicht überraschend gewesen.

Die Aktie eröffnete zunächst mit deutlichen Kursverlusten, erholte sich dann aber im Verlauf und notierte zeitweise mehr als drei Prozent im Plus. Die Bank habe unmittelbar nach dem Ende des ersten Quartals die Mitteilung veröffentlicht und so für Transparenz gesorgt, lobten Analysten.

Ackermann hatte die Krise schon abgehakt

Bankchef Josef Ackermann hatte die Krise im vergangenen Jahr wiederholt für sein Institut weitgehend abgehakt. Bei Vorlage des Geschäftsberichts vor einer Woche schlug das Geldhaus aber bereits zurückhaltendere Töne an und war von seinem Gewinnziel für das laufende Jahr abgerückt (Deutsche Bank sieht Gewinnziel in Gefahr). Einbußen im Investmentbanking könnten möglicherweise nicht durch Zuwächse in anderen Segmenten kompensiert werden, hatte es zur Begründung geheißen. Bislang peilt die Bank für 2008 einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro an. Das Ziel halten Experten mittlerweile für Makulatur. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist die Deutsche Bank aber weiter glimpflich davon gekommen. So gab die Schweizer Großbank UBS weitere Wertberichtigungen von zwölf Milliarden Euro für das Auftaktquartal bekannt (siehe UBS mit Milliardenverlust - Ospel tritt zurück). UBS schrieb damit in etwa soviel ab wie im gesamten Jahr 2007.

Bei der Deutschen Bank fielen die neuen Belastungen unter anderem bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung und bei verbrieften amerikanische Wohnungsbaukrediten an. Dabei verwies das Institut besonders auf Wertverluste im Zusammenhang mit Hypotheken mittlerer Qualität, so genannter Alt-A-Papiere. Die Bonität der Schuldner ist zwar besser als bei Ramschhypotheken (Subprime), aber nicht erstklassig. Zuletzt mehrten sich die Anzeichen für ein Übergreifen der Krise auch auf diese Baukredite. Wertberichtigen musste das Institut erneut auch Kredite und Kreditzusagen für Übernahmefinanzierungen, die sich derzeit nicht weiterverkaufen lassen.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank eine Rekordbilanz und einen Vorsteuergewinn von 8,7 Milliarden Euro vorgelegt.

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Von Heike Göbel

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