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Hypothekenkrise Chef von Merrill Lynch gibt nach Rekordverlust auf

30.10.2007 ·  Die Immobilienkrise hat die Investmentbank Merrill Lynch hart getroffen - ihr Vorstandschef Stan O'Neal hat einen Milliardenverlust zu verantworten. Jetzt ist er zurückgetreten. O'Neal ist der erste Chef einer internationalen Großbank, der wegen der Krise seinen Stuhl räumen muss.

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Nach Rekordverlusten infolge der amerikanische Immobilienkrise ist der Chef der Investmentbank Merrill Lynch, Stan O'Neal, zurückgetreten. O'Neals Schritt sei im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat von Merrill Lynch erfolgt, teilte das Unternehmen nach tagelangen Spekulationen am Dienstag in New York mit. Merrill Lynch hatte vergangene Woche die größten Verluste in der Firmengeschichte bekanntgegeben.

Die Bank verzeichnete Verluste von 2,24 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) im dritten Quartal sowie Wertminderungen durch faule Kredite in Höhe von rund acht Milliarden Dollar. Der Chef des Aufsichtsrats, Alberto Cribiore, wurde am Dienstag zum Übergangschef ernannt.

„Führungswechsel der beste Weg“

O'Neal ist der erste Chef einer internationalen Großbank, der im Zusammenhang mit der Kreditkrise seinen Posten verliert. In der schriftlichen Erklärung des Unternehmens hieß es, O'Neal und der Verwaltungsrat seien „übereingekommen, dass ein Führungswechsel der beste Weg ist, um Merrill Lynch voranzubringen“. Die Bank wolle sich nun „auf Möglichkeiten konzentrieren, wie die soliden Ergebnisse in allen Geschäftsbereichen aufrechterhalten werden können“.

Der Aufsichtsrat beauftragte Interims-Chef Cribiore mit der Suche nach einem Nachfolger für O'Neal. Über O'Neals Abfindung wurde nichts bekannt. Amerikanische Medien spekulierten über eine Summe von 160 Millionen Dollar.

Abschreibung von fast 8 Milliarden Dollar

Die Wertberichtigung von Merrill Lynch in der vergangenen Woche hatte in ihrer Höhe selbst pessimistische Prognosen übertroffen. Wenige Wochen zuvor hatte die Bank die Wertminderungen noch mit 4,5 Milliarden Dollar angegeben, nun waren es fast doppelt so viel.

O'Neal leitete Merrill Lynch seit 2003. Unter seiner Führung hatte die Investmentbank zunächst große Profitsteigerungen erzielt. Riskante Entscheidungen führten jedoch dazu, dass das Unternehmen mehr als andere von der Hypothekenkrise in Mitleidenschaft gezogen wurde.

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Von Heike Göbel

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