30.04.2009 · Der Großaktionär der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate, J.C. Flowers, wird das staatliche Übernahmeangebot nicht annehmen. Das teilte er am Donnerstag in München mit. Das Angebot von 1,39 Euro pro Aktie sei zu niedrig, stellte Flowers klar.
Die Bundesregierung stößt bei der Verstaatlichung der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) auf Widerstand. Der amerikanische Investor und HRE-Großaktionär J.C. Flowers lehnte das Übernahmeangebot des Bundes ab. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hervor.
Die Offerte der Bundesregierung von 1,39 Euro pro Aktie sei zu niedrig, stellte der Investor dort klar. „Von J.C. Flowers beratene Investoren, die mehr als 14 Prozent aller HRE-Aktien halten, haben sich entschieden, ihre Aktien zu behalten“, hieß es. Man sei davon überzeugt, dass die HRE mit der angestrebten Restrukturierung und dem angepassten Geschäftsmodell unter dem neuen Management mittelfristig wieder ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen werden könne. Als längerfristig orientierte Investoren wolle man das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten.
Entscheidung am 2. Juni
Neben der Übernahme-Offerte bleiben dem Bund noch die Alternativen, die Bank über eine massive Kapitalerhöhung oder über das Instrument einer Enteignung zu übernehmen. Flowers teilte mit, er behalte sich juristische Schritte gegen eine Enteignung vor. Es scheint nun alles auf eine Kapitalerhöhung hinauszulaufen, mit der der Bund Flowers Einfluss im Unternehmen drastisch beschneiden will.
Am vergangenen Freitag hatte die HRE für den 2. Juni eine Hauptversammlung einberufen, auf der der Bund über das Kapital-Instrument die Mehrheit an der Bank übernehmen will. Gelingt das nicht, will der Bund Flowers und die anderen Aktionäre per Gesetz enteignen. Aktuell hat der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin seinen Anteil auf nunmehr 16,2 Prozent verdoppelt. Flowers und seine Partner halten zusammen 21,7 Prozent.
Derzeit läuft die Übernahme-Offerte für die Bank weiter. Die Hypo Real Estate empfiehlt ihren Aktionären, das bis zum 4. Mai laufende Angebot von 1,39 Euro pro Aktie anzunehmen. Vor kurzem hatte der Soffin mitgeteilt, dass kurz vor Halbzeit der Offerte lediglich 1,3 Prozent der Aktionäre ihre Papiere dem deutschen Staat angeboten hatten.
Bund will 90 Prozent der Bank
Im Zuge der Kapitalerhöhung sollen knapp 1,9 Milliarden neue Aktien ausgegeben werden. Diese dürfen ausschließlich vom Soffin gekauft werden. So will der Bund mindestens 90 Prozent der Bank übernehmen. Berlin müsste dazu rund 5,6 Milliarden Euro investieren. Die HRE war im Zuge der Finanzkrise in große Schwierigkeiten geraten. Ein Kollaps der Bank würde nach Einschätzung der Bundesregierung zu Erschütterungen im Finanzsystem und zu Schwierigkeiten ganzer Staaten führen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,16% |
| Rohöl Brent Crude | 106,32 $ | −0,50% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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