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Hypo Real Estate 382 Millionen Euro Quartalsverlust

05.05.2009 ·  Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat zu Jahresbeginn wieder einen hohen Millionenverlust eingefahren - wenn auch etwas geringer als erwartet. Der Bund hält über 40 Prozen

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Die Chancen des Bundes für eine Verstaatlichung der Hypo Real Estate ohne die umstrittene Enteignung sind deutlich gestiegen. Kurz vor Ablauf des Übernahmeangebots in der Nacht zum Dienstag schnellte sein Aktienanteil bereits auf fast 41 Prozent hoch, wie der Bankenrettungsfonds Soffin mitteilte. Mit einer Mehrheit der Stimmen auf der Hauptversammlung am 2. Juni könnte der Bund die HRE auch ohne Enteignung komplett übernehmen (Woche der Wahrheit für die Hypo Real Estate).

Die Pfandbriefbank schreibt weiter rote Zahlen und braucht dringend frisches Kapital. Wie das vom Bund vor dem Zusammenbruch bewahrte Institut am Dienstag mitteilte, fiel im ersten Quartal ein Verlust von 406 Millionen Euro vor Steuern an. Ursachen waren eine höhere Risikovorsorge für Immobilienfinanzierungen in den Vereinigten Staaten, Abschreibungen bei Wertpapieren und Kosten für die Bürgschaften des Bundes. Außerdem war das Neugeschäft sehr gering.

Vorstandschef Axel Wieandt sagte: „Allerdings machen wir gute Fortschritte bei der Neuausrichtung des Konzerns.“ Unter dem Strich mach e die Bank im ersten Quartal 382 Millionen Euro Verlust. Das war weniger, als Branchenexperten erwartet hatten.

Das Übernahmeangebot des Bundes an alle Aktionäre der Bank lief am Montag um 24 Uhr ab. Das Ergebnis will der Bankenrettungsfonds SoFFin jedoch erst am Donnerstagvormittag bekanntgeben, wie eine Sprecherin sagte. Bis Montagnachmittag nahmen 32,3 Prozent der Aktionäre das Angebot des Bundes an und verkauften ihm ihre Aktien für 1,39 Euro je Anteil. Mit den bereits zuvor erworbenen Aktien kommt der Bund damit auf insgesamt 40,93 Prozent. Der amerikanische Investor J. C. Flowers hatte allerdings angekündigt, sein 14-Prozent-Paket nicht zu verkaufen und gegen eine Enteignung durch den Bund zu klagen.

Höhere Risikovorsorge

Die Bundesregierung und ein Bankenkonsortium bewahren die HRE derzeit mit Bürgschaften über 102 Milliarden Euro vor der Pleite. Der Bund will die HRE vollständig verstaatlichen. Wenn er auf der Hauptversammlung am 2. Juni eine Mehrheit bekommt, will er mit einer Kapitalerhöhung mindestens 90 Prozent der Aktien übernehmen und der Bank eine dringend notwendige Kapitalspritze von bis zu 5,6 Milliarden Euro geben. Anschließend könnte der Bund Flowers und alle übrigen Aktionäre ausschließen, ohne Enteignung. Die Kernkapitalquote der Hypo Real Estate liegt mit 3,5 Prozent klar unter der Mindestgröße von vier Prozent, wie ihn die Bankenaufsicht vorschreibt. Weil das Kreditvolumen der Bank sank, verbesserte sich die Quote bis Ende März minimal. Dank niedrigerer Zinskosten stieg der Zinsüberschuss des Immobilienfinanzierers im ersten Quartal deutlich auf 371 Millionen Euro. Auf der anderen Seite zogen die Kosten von 129 Millionen Euro für die Bundesgarantien bei sehr geringem Neugeschäft sowie Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe die Bank ins Minus.

Die Kreditrisikovorsorge für Immobilienfinanzierungen in den Vereinigten Staaten, Deutschland, Spanien und Großbritannien schnellte von 33 auf 196 Millionen Euro hoch. Die Verwaltungskosten sanken aufgrund geringerer Managerbezüge und eines Stellenabbaus - die Zahl der Mitarbeiter sank um 130 auf 1.656 Beschäftigte. Vor Steuern machte die HRE 406 Millionen Euro Verlust, ein Steuerertrag verringerte den Verlust unterm Strich auf 382 Millionen.

Bankenverband unterstützt Regierung

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) unterstützte die Regierungspläne. „Die Enteignung der HRE-Aktionäre kann nur Ultima Ratio sein, ist aber in diesem Fall ohne Alternative“, sagte BdB-Präsident Andreas Schmitz der „Bild“-Zeitung. „Das Eingreifen des Staates in dieser außergewöhnlichen Situation war nötig, damit das Bankensystem insgesamt keinen Schaden nimmt.“ Ohne Staatshilfe wäre die Aktie kaum noch etwas wert.

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